Hund ans Autofahren gewöhnen: So werden auch lange Fahrten entspannt
Endlich ist er da: Dein neuer Vierbeiner! Ihr wollt gemeinsam an den See, in den Wald oder in den Urlaub. Nur: Kaum öffnest Du die Autotür, zieht Dein Hund den Schwanz ein, jault oder stemmt sich gegen die Leine. Kennst Du? Keine Sorge, das lässt sich ändern!
Wir zeigen Dir, wie Du Deinen Hund ans Autofahren gewöhnen kannst, Schritt für Schritt und ganz ohne Stress. Außerdem erfährst Du, wie Du eine lange Autofahrt mit Hund vorbereitest, damit Ihr beide entspannt ankommt.
Fang so früh wie möglich an, am besten schon im Welpenalter. Lass Deinen Hund das stehende Auto erst in Ruhe erkunden, gewöhn ihn dann an das Motorgeräusch und mach anschließend kurze Fahrten. Belohne ihn jedes Mal. Vor einer langen Fahrt gilt: Hund auspowern, wenig füttern, gut sichern und mindestens alle zwei Stunden eine Pause machen.
Warum Du Deinen Hund früh ans Auto gewöhnen solltest
Die wichtigste Regel: Fang so früh wie möglich an. Am besten schon in den ersten drei Lebensmonaten. Hunde sind da wie wir Menschen: Kinder lernen eine Fremdsprache viel leichter als Erwachsene, und Welpen gewöhnen sich viel leichter an Neues als ältere Hunde. Ideal ist es sogar, wenn schon der Züchter die Welpen mit fünf bis sechs Wochen an kurze Fahrten gewöhnt, zusammen mit der Hundemama.
So erlebt Dein Hund die erste Autofahrt
Versetz Dich mal in Deinen Hund: Fremde Menschen holen ihn aus seiner vertrauten Umgebung, und dann geht es in ein brummendes Ungetüm, das durch die Gegend rast. Kein Wunder, dass viele Hunde dabei extrem gestresst sind und Angst haben. Die Folge: Sie übergeben sich oder machen auf die Polster. Böse sein kannst Du Deinem Fellknäuel trotzdem nicht.
Das Problem: Manche Hunde vergessen dieses erste, erschreckende Erlebnis nie. Dann wird jede weitere Fahrt zum Horrortrip. Umso wichtiger ist es, Deinem Hund von Anfang an zu zeigen: Autofahren ist nicht schlimm, sondern kann sogar Spaß machen!
Hund ans Autofahren gewöhnen: Schritt für Schritt
Der Trick: Führ Deinen Hund ganz langsam ans Auto heran. Wichtig ist, dass Du ihm Zeit lässt und ihn zu nichts zwingst.
1. Das stehende Auto kennenlernen
Beim ersten Mal musst Du noch gar nicht losfahren. Setz Deinen Hund einfach in den Kofferraum oder auf die Rückbank und lass ihn in Ruhe schnuppern. Ist er schon größer, lockst Du ihn mit einem Leckerli. Hunde sind wunderbar bestechlich, das kannst Du nutzen! Traut er sich hinein, lob ihn ausgiebig.
Ganz wichtig: Will er raus, lass ihn raus. Zwing ihn nicht, im Auto zu bleiben. Manche Hunde brauchen einfach ein paar Anläufe. Früher oder später merkt er: Das Auto ist keine Gefahr.
2. An das Motorgeräusch gewöhnen
Nach ein paar solcher Probesitzungen startest Du den Motor, ohne loszufahren. Hunde hören sehr gut und reagieren stark auf Geräusche. Dein Hund soll lernen, dass der laufende Motor nichts Bedrohliches ist.
3. Für vertraute Umgebung sorgen
Leg seine Decke oder sein Körbchen ins Auto. Der bekannte Geruch gibt ihm Sicherheit. Auch eine Transportbox ist eine gute Idee: Viele Hunde empfinden sie nicht als Gefängnis, sondern als schützende Höhle.
4. Erste kurze Fahrten
Hat sich Dein Hund an das Auto gewöhnt, geht es los. Aber bitte nur kurz: einmal um den Block reicht für den Anfang. Danach lässt Du ihn raus und belohnst ihn mit einem Leckerli, einem Spiel oder einem Spaziergang. Übrigens: Führt die Fahrt in den Wald zu einer ausgiebigen Schnüffeltour, verbindet Dein Hund das Autofahren ganz schnell mit Spaß!
Deinen Hund sicher im Auto transportieren
Für die Straßenverkehrsordnung ist Dein Hund Ladung und muss gesichert sein. Bei einer Vollbremsung wird ein ungesicherter Hund zum Geschoss, und das ist für ihn und alle Insassen gefährlich. Springt er während der Fahrt nach vorne, kann das außerdem schnell einen Unfall auslösen.
- Hundebox: ideal für kleine und mittlere Hunde, gut fixiert im Kofferraum
- Hundeschutzgitter: die Lösung für große Hunde, trennt Kofferraum und Fahrgastraum
- Sicherheitsgeschirr: für die Rückbank, wird in die Gurthalterung eingeklinkt
Welches Zubehör Du wirklich brauchst und wie auch noch das Gepäck ins Auto passt, liest Du in unserem Ratgeber Hund im Kofferraum: So reisen Hund und Gepäck sicher mit.
Lange Autofahrt mit Hund: So bereitest Du sie vor
Ganz ehrlich: Stundenlange Fahrten sind nichts, was Hunde lieben. Beim Jahresurlaub lässt sich eine lange Autofahrt aber oft nicht vermeiden. Und für viele Hunde ist sie immer noch besser, als bei Fremden zu bleiben. Mit guter Vorbereitung wird die Reise für Euch beide entspannt.
Früh planen, besonders fürs Ausland
Geht es ins Ausland, informier Dich rechtzeitig über die Impf- und Einreisebestimmungen. Je nach Reiseziel musst Du schon einige Monate im Voraus damit anfangen, sonst gibt es an der Grenze böse Überraschungen. Der erste Weg führt also zum Tierarzt. Er sagt Dir, welche Impfungen, Entwurmungen und welcher Parasitenschutz nötig sind. Ideen für Reiseziele findest Du übrigens in unserem Ratgeber Urlaubsziele mit Hund.
Genug Platz und Sonnenschutz
Hunde brauchen mehr Platz, als viele denken. Ihn einfach zwischen zwei Koffertürme zu quetschen, reicht nicht. Wenn möglich, sicherst Du ihn mit Geschirr auf der Rückbank. Eine Schondecke schützt dabei die Polster, und falls doch Haare zurückbleiben, helfen Dir unsere Tipps gegen Hundehaare im Auto. Da die große Reise meist im Sommer stattfindet, ist außerdem Sonnenschutz wichtig: Dunkle die hinteren Scheiben mit Folie oder Rollos ab, auch wenn Dein Auto eine Klimaanlage hat. Ein nasses Handtuch bringt zusätzlich Abkühlung.
Diese Dinge gehören ins Gepäck
- Heimtierausweis und Impfnachweis
- Leine und eventuell Maulkorb
- Napf und ausreichend Wasser
- Leckerli und Lieblingsspielzeug
- Kotbeutel
- Küchentücher oder Lappen für den Notfall
- Decke oder Körbchen mit vertrautem Geruch
Vor der Abfahrt: auspowern statt füttern
Lass Deinen Hund vor der Abfahrt richtig toben. Je müder er ist, desto mehr verschläft er die Fahrt. Füttern solltest Du ihn dagegen lieber nicht oder nur wenig, sonst kann ihm unterwegs schlecht werden. Neigt Dein Hund zu Übelkeit beim Autofahren, sprich vorher mit Deinem Tierarzt.
Unterwegs: Pausen, Hitze und wichtige Regeln
- Kühl fahren: Hunde leiden besonders unter Hitze. Fahr am besten früh morgens, abends oder nachts.
- Regelmäßig Pause machen: Als Faustregel mindestens alle zwei Stunden. Plan mehr Zeit ein und bei sehr langen Strecken eine Übernachtung auf halber Strecke.
- Ruhige Orte wählen: Laute, volle Rasthöfe sind für Hunde purer Stress. Besser sind Rastplätze im Grünen oder ein kurzer Abstecher von der Autobahn zu einem Feldweg.
- Immer anleinen: Hältst Du direkt an der Straße oder Autobahn, leine Deinen Hund an, auch wenn Du nur fünf Minuten stoppst.
Nicht mal für eine Minute. In der Sonne heizt sich das Auto extrem schnell auf und wird für Deinen Hund zur Lebensgefahr. Worauf Du im Sommer noch achten musst, erfährst Du in unserem Ratgeber Hitze für Hunde im Auto.
Großer Kofferraum, niedrige Ladekante: Diese Modelle eignen sich besonders für Hundebesitzer.
Häufige Fragen: Hund ans Autofahren gewöhnen
Wie gewöhne ich meinen Hund ans Autofahren?
Schritt für Schritt: Lass Deinen Hund das stehende Auto erst in Ruhe erkunden, dann gewöhnst Du ihn an das Motorgeräusch. Danach folgen kurze Fahrten um den Block. Belohne ihn jedes Mal mit einem Leckerli, Lob oder einem Spaziergang.
Ab wann kann ich meinen Welpen ans Autofahren gewöhnen?
So früh wie möglich, am besten schon in den ersten drei Lebensmonaten. Ideal ist es, wenn bereits der Züchter die Welpen mit fünf bis sechs Wochen an kurze Fahrten gewöhnt.
Wie oft sollte ich bei einer langen Autofahrt mit Hund Pause machen?
Als Faustregel gilt: mindestens alle zwei Stunden. Wie oft Dein Hund raus muss, ist aber individuell. Bei sehr langen Strecken lohnt sich eine Übernachtung auf halber Strecke.
Soll ich meinen Hund vor einer langen Autofahrt füttern?
Lieber nicht oder nur wenig, sonst kann ihm unterwegs schlecht werden. Wasser solltest Du dagegen immer griffbereit haben.
Was hilft, wenn meinem Hund beim Autofahren schlecht wird?
Langsames Gewöhnen, kurze Fahrten und wenig Futter vor der Abfahrt helfen oft schon. Wird ihm trotzdem regelmäßig übel, frag Deinen Tierarzt um Rat.
Darf ich meinen Hund kurz allein im Auto lassen?
Nein, nicht mal eine Minute. Gerade in der Sonne heizt sich das Auto extrem schnell auf und wird für Deinen Hund zur Lebensgefahr.
Fazit: Mit Geduld zum entspannten Mitfahrer
Mit Geduld, Leckerli und kleinen Schritten wird aus Deinem ängstlichen Hund ein entspannter Beifahrer. Fang früh an, zwing ihn zu nichts und mach das Autofahren zu einem positiven Erlebnis. Für lange Fahrten gilt: gut planen, sicher transportieren und genug Pausen einlegen. Dann wird schon die Anreise zum Teil des Urlaubs.
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