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Fahrbericht Ford C-Max: Kompaktvan in X oder XXL

27. Januar 2020
Lesezeit: 3 Minuten

Mahlzeit, ich bin der Ford C-Max und freue mich, dass ich mich kurz vorstellen darf. Wahrscheinlich weißt du aber schon, dass ich ein sogenannter Kompaktvan bin. Laut Definition stelle ich damit einen „Großraumwagen mit kleineren Abmessungen“ wie die typisch-amerikanischen Vans. Diese würde man hierzulande allerdings auch schon als Kleinbus bezeichnen.

Als Van bin ich mehr als ein schnöder Kombi und überzeuge zum Beispiel mit mehr Fahrzeughöhe oder einer erhöhten Sitzposition für dich als Fahrer. Mehr noch: Trotz meiner kompakten Maße biete ich dir und deiner Familie richtig viel Platz. In meiner aktuell zweiten Generation komme ich übrigens auf 4.380 mm Länge, 1.828 mm Breite, 1.626 mm Höhe und 2.648 mm Radstand. Außerdem bekommst du mich als Grand C-Max, der quasi meine XXL-Variante stellt. Samt einer dritten Sitzreihe und zwei weiteren Sitzen, womit mein Grand-Ableger Platz für sieben statt nur fünf Personen bietet. Entsprechend messe ich als „Grand“ sogar 4.520 mm Länge, 1.684 mm Höhe und 2.788 mm Radstand. Die Breite ist die gleiche.

Ford C-Max: Warum ich den Untergang geweiht bin…

Was mich hingegen traurig macht: Mein Segment ist nicht mehr so gefragt wie zu den berühmten goldenen Zeiten. Diese neuen ollen SUVs haben meine Klasse regelrecht verdrängt. Tatsächlich hat mein Hersteller schon beschlossen, dass ich keinen Nachfolger mehr bekomme. Nach zwei Generationen (2003 bis 2010 sowie 2010 bis 2019?) ist definitiv Schluss. Wobei ich von meinem Aus nicht mal überrascht bin. Mein kleiner Kumpel B-Max verschwand bereits 2017 aus dem Autohaus.

S-Max und Galaxy will Ford hingegen behalten, was ich ehrlich gesagt nicht ganz verstehe. Aber gut, ich bin halt nur ein Auto und kein Finanzexperte. Wobei ich schon einige ganz tolle Stärken habe.

Stärken & Schwächen: Was der ADAC über mich sagt

Der ADAC zum Beispiel beurteilte bereits meine erste Generation als „tadellos“ verarbeitet. Pluspunkte sammelte ich mit meinem sehr großen sowie variablen Kofferraum, vielen „geschickten Details“, körpergerechten Sitzen oder einer ausgewogenen Straßenlage. Was du als Familienmensch sicher ebenfalls gern hörst: Dank ESP biete ich eine sichere Straßenlage. Auch meine Bremsen lobte der ADAC. Ebenso wie meinen Diesel, den es sogar schon mit Rußpartikelfilter gab. Schwächen sah der Club hingegen nur zwei. Erstens eine fehlende Automatik, zweitens den hohen Anschaffungspreis.

Hier muss ich widersprechen. Zugegeben gab es in meiner ersten Generation meine Benziner allesamt nur als Handschalter. Die späteren Diesel bot Ford aber sehr wohl auch mit CVT oder dem Doppelkupplungsgetriebe PowerShift an. Kaufst du meine erste Generation gebraucht, solltest du übrigens erst ab dem Modelljahr 2007 zuschlagen. Laut ADAC sinkt hier meine Mängelliste spürbar.

Wie sich meine zweite Ford C-Max Generation fährt…

Meine zweite Generation ist Stand 2019 ab rund 18.000 Euro zu haben. In einer Aktion der Ford Werke GmbH bin ich sogar für unter 15.000 Euro erhältlich. Wahrscheinlich wird mich Ford einfach nicht mehr los. Ich gelte halt schon als Auslaufmodell. Für dich ist das natürlich ein Vorteil, denn (noch) bekommst du mich frisch aus der Fabrik. Sowie obendrein zum kleinen Preis. Neu bin ich übrigens in fünf Linien verfügbar: Ambiente, Trend, Cool & Connect, Sport und Titanium.

April 2015 spendierte Ford mir ein Facelift. Lob gab es für mein neues Ford Sync 2 oder den großen, scharfen Touchscreen in 20,3 cm. Parallel sind seither meine Tasten „deutlich reduziert“, was dich als Fahrer weniger ablenkt. Ebenfalls toll: Seit dem Facelift biete ich dir unter der Armauflage ein Staufach, in welches sogar ein Liter große Flaschen passen. Was blieb, ist mein gutes Handling in Kurven. Dank meinem nach wie vor straffen (aber nicht zu straffen) Setup bin ich fast schon ein kleiner Kurvenräuber, was in meinem Segment eigentlich nicht unbedingt zu erwarten ist. ams lobt jedoch, dass ich „sehr zügig und ohne viel Seitenneigung durch Kurven wiesele“. Das letzte Wort verzeihe ich den Jungs von ams mal großzügig. Denn im Fazit bin ich ein „kleiner Van, der viel Spaß macht“. Da kann ich doch nicht böse sein, oder?

Zumal auch meinen Ecoboost mit vier Zylindern und 1,5 Litern Hub als „leise“ und „vibrationsarm“ hervorgehoben wird. Mehr noch: Jener Ecoboost schiebt „ohne Zögern kräftig“ an. Bei 150 Pferdchen freilich kein Wunder. Von daher wird es Zeit, dass du mich einfach mal ausprobierst. Ich freue mich.