Montag, der 17. Juni 2019
Technik

Headup Displays – Funktionen und Kosten

03. August 2018
Lesezeit: 3 Minuten

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Hallo du, ich bin ein Head-up-Display und werde gern als HUD abgekürzt. Wörtlich übersetzt heißt Head-up-Display „Kopf-oben-Anzeige“. Diese Übersetzung klingt etwas holprig, trifft es aber ziemlich gut. Was ich bin? Ganz einfach: Headup Displays projizieren dir wichtige Infos direkt in dein Blickfeld, ohne dass du dazu den Blick abwenden musst.

Warum ich eine alte Erfindung bin

Eine Erfindung der Neuzeit bin ich nicht. Im Gegenteil: Mich gibt es bereits seit den 1940ern. Glaube es ruhig, denn damals war ich tatsächlich schon in Kampfflugzeugen verbaut. In Deutschland nannte man mich zu jener Zeit noch Reflexvisier oder schlicht Zielgerät. Allerdings muss ich gestehen, dass ich damals extrem einfach gehalten war. Erst 30 Jahre später kamen Systeme auf den Markt, die wirklich komplexe Dinge darstellen konnten. Hierzu verbaute man in den Cockpits der Kampfjets eine zweite Scheibe, auf welche ich diverse Informationen projizieren konnte.

Dank immer besseren und raffinierteren Technologien bin ich heute ein richtiger Allrounder. Moderne Headup Displays zeigen Infos zur Avionik (Elektrik und Elektronik), Radar und sogar zu den Waffensystemen. Mehr noch: Der Pilot hat die Wahl zwischen mehreren Modi, die wieder ganz eigene Themenfelder wie zum Beispiel die Navigation abdecken. Es dauerte nicht lange, bis die HUDs in angepasster Form den Weg von der militärischen in die zivile Luftfahrt fanden. In den neuen Superfliegern Airbus A350 oder Boeing 787 gelte ich mittlerweile als Standard.

Wie Headup Displays ins Auto kamen

Sogar im Auto bin ich nicht so neu, wie du denkst. General Motors probierte schon in den 1980ern und 1990ern die ersten Headup Displays in Autos aus. Damals war ich natürlich noch extrem simpel und zeigte die Infos lediglich in schwarz-weiß. Die Anzeigen waren zudem nicht wie heute konfigurierbar, sondern fest vorgegeben. Dennoch verriet ich dem Fahrer bereits das aktuelle Tempo seines Wagens, womit dieser die Straße im Blick behalten konnte. Gerade bei hohen Geschwindigkeiten oder in der Stadt – ich sage nur: spielende Kinder oder Stop & Go – ist das einer meiner ganz großen Vorteile. Ungefähr zur gleichen Zeit wie GM experimentierte auch Nissan mit der Technologie. Erste HUD wie mich gab es zum Beispiel im damaligen Nissan 200SX.

Dennoch sollte es mit meinem Durchbruch noch ein paar Jahre dauern – und zwar bis 2001. In diesem Jahr rollte GM mit der Corvette C5 das erste Automobil mit einem Headup Display in den Handel. In Europa war es wiederum BMW, denen ich mein Debüt verdanke: im Jahre 2003 in den neuen Modellen 5er und 6er. Die Technik stammte allerdings nicht von BMW selbst, sondern von Siemens VDO Automotive. Es dauerte nur zwei Jahre, bis auch PSA dem Trend folgte und mich in der Mittelklasse Citroen C6 anbot. Heute bin ich dagegen in jedem Modell verfügbar. In unteren Segmenten bin ich natürlich nur als Option und somit gegen Aufpreis erwerbbar.

Sind Headup Displays nachrüstbar?

Ich bin von Garmin als Nachrüstset zu kaufen. Dieses kannst du mit deinem Smartphone koppeln, wodurch eine entsprechende Navigations-App die gewünschten Infos auf deine Windschutzscheibe projiziert. Andere HUDs zum Nachrüsten zapfen die OBD-II-Diagnose deines Wagens an und zeigen dir so alle Infos zu Tempo, Drehzahl oder Motortemperatur an. Heute arbeiten alle Hersteller und auch viele Zulieferer an der Weiterentwicklung meiner Technologie. Künftige Headup Displays setzen auf 3D und Augmented Reality – die computergestützte Erweiterung deiner eigenen Realitätswahrnehmung.

Übrigens: Da ich eine ganz ausgeklügelte Hochtechnologie bin, musst du schon mit ein paar hundert Euro für mich rechnen. Für den BMW 3er gibt es mich beispielsweise für 980 Euro Aufpreis. Leider bist du eventuell gezwungen, weitere Extras in einem Paket zu wählen, womit der Preis noch höher ausfällt. Als Nachrüstset bin ich dagegen deutlich günstiger und koste zwischen 150 bis 400 Euro. Bei einem bekannten, großen Online-Händler bin ich sogar schon für 30 bis 50 Euro erhältlich. Das solche Systeme nicht unbedingt auf dem aktuellsten Stand der Technik sind oder die beste Grafik liefern, sollte jedoch klar sein. Ein paar Euro mehr auszugeben, lohnt sich bei mir also definitiv. Zumal ich dann auch in meiner optischen Projektion mehr leiste als ein Billigprodukt aus Fernost.

Wichtig: Mache dich vor dem Kauf schlau, ob dein gewünschtes Head-up-Display mit dem Datenbus (Datenübertragung) deines Fahrzeugs kompatibel ist. Ein weiterer guter Tipp: Helle Farben erschweren die Lesbarkeit des HUDs, ebenso wie volle Displays. Weniger ist bei mir also mehr.