Ratgeber

So hältst du dein Auto ohne Klimaanlage kühl

26. Juni 2019
Lesezeit: 3 Minuten

Tag, ich bin dein Auto. Wie du sicher schon bemerkt hast, habe ich keine Klimaanlage. Da hättest du beim Kauf mal besser aufgepasst. Ach, eine Klimaanlage ist dir gar nicht so wichtig? Auch gut. Ich habe nämlich ein paar Tipps für dich, wie du mich selbst ohne Klimaanlage kühl halten kannst. Neugierig? Dann los…

Kühl bei Sonne: Warum Schatten nun mal besser ist

Wichtigste und erste Regel: Parke mich im Schatten. In der prallen Sonne mutiere ich ruckzuck zur Sauna. Das willst du nicht. Denn im schlimmsten Fall werde ich zur Todesgefahr. Nur um mal ein paar Zahlen zu nennen. Herrschen draußen „normale“ 30 Grad Celsius und du parkst mich in der glühenden Sonne, heize ich mich in nur fünf Minuten auf 34 Grad auf. Nach zehn Minuten sind es 37 Grad. Nach 30 Minuten schließlich 46 Grad, nach 60 Minuten sogar 56 Grad. Achte daher darauf, weder Kinder noch Tiere in mir zu lassen. Nicht mal, wenn du nur kurz in den Bäcker willst, um Brötchen zu holen.

Ein guter Tipp ist außerdem, wenn du mich nicht nur im Schatten parkst, sondern obendrein eine Thermoabdeckung nutzt. Du weißt schon, diese silbern beschichteten Folien, die du quer über meine Windschutzscheibe legen kannst. Mit einer zweiten „Folie“ kannst du zudem mein Heckfenster vor Sonneneinstrahlung schützen. Probiere es mal aus. Du wirst schon merken, was das bringt.

Ohne Klimaanlage: Wie du den Fahrtwind nutzen kannst

Am besten ist aber, wenn du mich einfach fährst – und dabei die Fenster aufreißt. Magst du keine Zugluft, reichen die Fenster im Fond. Du und dein Beifahrer müssen somit keine Angst vor einem Schnupfen haben, bekommt aber Frischluft satt dank Fahrtwind. Logo, oder? Weil du mit angenehmen Durchzug „kühle“ Luft herein sowie vor allem die heiße Luft aus mir heraus bekommst.

Achte außerdem auf meine Armaturen und mein Lenkrad. Meist sind diese „schön“ schwarz – und tanken sich unglaublich auf. Gerade bei direkter Sonneneinstrahlung. Da kannst du dir ganz schnell die Haut verbrennen. Daher mein Tipp: Decke meine Armaturen mit Pappe oder was ähnlichem ab. Für das Lenkrad bekommst du im Handel für ein paar Euro Überzüge. Mittlerweile sehen die sogar ganz schick aus. Aber bitte kein Fell. Im Winter mag das ja ganz kuschlig sein, aber im Hochsommer?

Wie du schon beim Autokauf für „Kühle“ sorgen kannst

Schon beim Autokauf kannst du übrigens „entscheiden“, ob mich im Sommer richtig böse oder nicht ganz so böse aufheize. Wie das? Ganz einfach: Schau’ auf meine Lackierung. Es ist dir sicher nicht unbekannt, dass sich dunkle bzw. schwarze Dinge schneller aufheizen als helle oder gar blütenweiße? Eine schwarze Lackierung ist für den Hochsommer daher keine gute Idee. Eine hellere hingegen eher. Denn helle Lacke weisen die Sonnenstrahlen besser ab, reflektieren diese zu einem Teil. Dunkle Farben absorbieren dagegen die Hitze. Alles klar?

Wobei du beim Autokauf nicht allein auf meine Farbe achten solltest, sondern außerdem auf meine Fenster. Diese haben einen viel größeren Effekt auf die Aufheizung meines Innenraums. Speziell dann, wenn ich viele und große Fenster habe. Dann bin ich quasi ein Treibhaus auf Rädern. So ein Panorama-Glasschiebedach mag ja eine tolle Sache sein. Viel Licht ist dir und den Deinen dann auf jeden Fall garantiert. Im Sommer ist so eine Panoramascheibe jedoch alles andere als hilfreich. Dennoch ist die Entwicklung in dem Punkt eindeutig: Kam ein Auto Mitte der 1980er auf 3,5 m² Glasfläche, sind es heute 4,6 m².

Was du sonst gegen eine rollende Sauna tun kannst

Wenn schon viel Glas, dann gönne mir (und dir) doch bitte eine Wärmeschutzverglasung. Diese reflektiert die Infrarotstrahlen und damit einen großen Teil der Hitze. Eine weitere Option sind getönte Scheiben. Entsprechende Folien bekommst du für relativ kleines Geld, das Folieren ist jedoch etwas Arbeit. Wichtig: Erlaubt ist das Tönen der Scheiben nur im Fond, also alles hinter meinen B-Säulen.

Ansonsten solltest du im Sommer viele Pausen einlegen. Als Faustregel nennen Experten zwei Stunden. Bist du also auf großer Tour, lege ab und an mal eine Rast ein. Steige aus, bewege dich. Das bringt deinen Kreislauf in Schwung. Außerdem solltest du natürlich viel trinken.

Komm gut durch den Sommer!