Lesezeit: 3 Minuten

Man kann sich ebenso lange wie erfolglos darüber streiten, ob die Idee vollkommen abgefahren oder einfach nur genial ist, ein SUV mit einem Cabrio zu kombinieren. VW jedenfalls hat genau das getan und das VW T-Rock Cabrio herausgebracht. Das neue SUV-Cabrio besetzt damit eine Nische, von der man bisher nicht wusste, ob es sie tatsächlich gibt. Mal sehen, was ihr als Autofahrer und Kunden dazu sagt. Offenbar wollte die Kundschaft von VW einen Ersatz für die vom Markt genommenen Cabrios der Modelle Golf und Beetle. Mit dem T-Roc Cabrio ist es VW jedenfalls gelungen, einen Mitspieler in einer Marktnische zu platzieren, in der die Konkurrenz denkbar „dünn“ aufgestellt ist – lediglich Land Rover bietet außerdem ein offenes SUV-Modell an, das Evoque Cabrio.

Wenn das neue T-Roc Cabrio auf dem Markt ist, kann sich VW rühmen, immerhin 20 verschiedene SUV Modelle anzubieten. Volkswagen sagt, dass bereits 40.000 Vorbestellungen für das Modell vorliegen. Vielleicht haben die Macher aus Wolfsburg doch wieder auf den richtigen Trend gesetzt. Jedenfalls liegt der Einstiegspreis für den Fahrspaß im Kompakt-SUV ohne Dach bei ca. 25.000 Euro.

 

Slider

 

Umbaumaßnahmen notwendig

Natürlich hat es nicht gereicht, dem alten T-Roc einfach das Dach abzumontieren, um ein Cabrio daraus zu machen. Da musste einiges an Stabilität an anderer Stelle eingebaut werden, nachdem ein elektrohydraulisches Faltdach eingebaut wurde. Die Tatsache, dass allerlei Versteifungen hinzugekommen sind, macht das VW T-Roc Cabrio schwerer als das Vorgängermodell mit festem Dach. Vor allem die Konstruktion eines stabilen Rahmens für die Frontscheibe erforderte ziemlich viel Aufwand.

Das Außenmaß des T-Roc Cabrios ist mit 4,27 Metern gegenüber dem Vorgängermodell gleichgeblieben. Im Innenraum hat man etwas an Volumen verloren: Früher standen 392 Liter Kofferraumvolumen zur Verfügung. Im T-Roc Cabrio sind es nur noch 284 Liter – ein nicht unbeträchtlicher Unterschied. Nicht nur das Ladevolumen ist bei dem neuen Modell geschrumpft, auch der Platz auf der hinteren Sitzbank hat abgenommen, ebenso wie die Größe der Heckklappe. Wenn du je versucht hast, eine voluminöse Last zu transportieren, weißt du, dass die Größe der Heckklappe ein entscheidender Parameter sein kann, damit du dein Auto auch als praktisch empfindest. Ein Auto mit einer kleineren Heckklappe kann nicht dieselben Aufgaben übernehmen, wie ein Fahrzeug mit einer großen. So gesehen hat das neue VW-Modell einiges von seiner Alltagstauglichkeit eingebüßt. Aber vielleicht ist das ja gar nicht schlimm, weil es bei der Entwicklung nicht das Ziel war, ein möglichst vielseitiges Kompakt-SUV für alle Wechselfälle des Alltags zu konstruieren, sondern die Absicht der Ingenieure bestand darin, ein Fahrzeug mit einer Menge Fahrspaß auf den Markt zu bringen.

Was bringt das T-Roc Cabrio mit?

Das Stoffdach des Modells ist flott gefaltet: Es braucht lediglich 9 Sekunden, um sich zusammenzulegen. Das funktioniert sogar bei Geschwindigkeiten bis zu 30 Kilometern pro Stunde. Ein nettes Ausstattungsmerkmal, wenn man bedenkt, wie viele Cabrioverdecke zerstört worden sind, weil die Fahrer beim Anfahren noch auf den Knopf zum Öffnen des Verdecks gedrückt haben. Die meisten Verdecke überleben Attacken vom Fahrtwind auch bei niedrigen Geschwindigkeiten nicht – das T-Roc Cabrio ist diesbezüglich für späte Entscheidungen der Fahrer gerüstet.

Serienmäßig hat das Modell einen Überschlagschutz, einen Spurhalteassistenten, eine Multikollisionsbremse und Front Assist, das Umfeldbeobachtungssystem von VW: Front Assist unterstützt dich dabei, den richtigen Abstand zum vorausfahrenden Verkehr einzuhalten und kann dazu beitragen, Gefahrensituationen zu vermeiden. Die serienmäßige Ausstattung des T-Roc Cabrios damit stellt ein echtes Sicherheitsplus für das Modell dar.

Natürlich kannst du auch ein paar Extras auf Wunsch in deinem Modell einbauen lassen, wie beispielsweise eine Anhängerkupplung, die die Alltagstauglichkeit des Fahrzeugs erhöht. Außerdem gibt es unter der Bezeichnung MIB3 ein Infotainment-Paket, heutzutage ein Muss für ein Neufahrzeug. Und wenn du scharf darauf bist, kannst du dir zu deinem T-Roc Cabrio auch ein digitales Cockpit gönnen.

Außerdem hast du die Wahl zwischen zwei Ausstattungsvarianten namens „Style“ und „R-Line“.

Und unter der Haube…?

Das SUV-Cabrio gibt es lediglich mit Frontantrieb. Es wird mit zwei verschiedenen Benzinmotoren angeboten. Da ist zum einen der 1-l-Dreizylinder mit 115 PS. Dieser Motor verfügt über ein Sechsgang Schaltgetriebe. Darüber hinaus bietet VW sein T-Roc Cabrio auch als 1,5-Liter-Vierzylinder mit 150 PS an, optional mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe.

[In der Gerüchteküche munkelt man, dass es vielleicht später auch ein 300 PS starkes R-Modell geben könnte. Aber das sind, wie gesagt, bisher lediglich unbestätigte Gerüchte.]

Falls es dich interessiert oder für deine Kaufentscheidung wichtig ist: Gebaut wird das neue Modell made in Germany in Osnabrück. Allerdings kannst du dieses SUV Cabrio noch nicht kaufen. Es wurde auf der IAA 2019 vorgestellt und kommt erst im Frühjahr 2020 in den Handel. Die Wolfsburger Autobauer planen, ihr offenes Kompakt-SUV-Cabrio auf dem Massenmarkt zu etablieren. Man darf gespannt sein …

(Bild: Volkswagen AG)