Mittwoch, der 17. Juli 2019
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Hej, ich bin der Volvo V40. Daher meine Anrede auf schwedisch. Schließlich bin ich einer dieser kühlen Nordmänner. Trotzdem bin ich nicht ohne, ganz im Gegenteil. Meine Lebensgeschichte ist durchaus aufregend, zumal es mich nach einer etwas längeren Pause nun ein zweites Mal gibt. Was in beiden meiner Leben gleicht: Einerseits meine Auslegung als Kompakter sowie andererseits als Kombi. Um dir meine Geschichte zu erzählen, muss ich natürlich mit meinem ersten Leben anfangen.

Volvo V40: Wie ich zu meinem Namen kam

Meine erste Generation kam im September 1995 zum Händler. Zuerst brachte Volvo allerdings meinen Zwilling mit Stufenheck auf den Markt, den S40. Ich selbst folgte als kompakter Kombi V40 im Januar 1996. Wobei Volvo uns eigentlich S4 und F4 nennen wollte. Das ging aber nicht, Audi hatte sich bereits den Modellnamen S4 schützen lassen. Volvo taufte uns daher S40 und V40. Das „S“ stand für „Sedan“ (Limousine), das „V“ für „Versatility“ (Vielseitigkeit).

Meine Plattform teilte ich mir außerdem mit dem Mitsubishi Carisma, da diese zusammen mit der Mitsubishi Motors Corporation entwickelt war. Zusammen mit dem Japaner rollten wir zwei „40er“ sogar vom Band und zwar bei NedCar im niederländischen Born. Zwischen 1998 und 2000 wurde ich obendrein als CFK-Bausatz bei der Swedish Motor Corporation in Botswana (Afrika) montiert. Im Sommer 2000 erfuhren der S40 und ich ein Facelift, bei dem vor allem an der Technik gearbeitet wurde. Optisch gab es dagegen nur neue Klarglasscheinwerfer und eine neue Mittelkonsole. Highlight des Facelifts war jedoch das neue Schleudertraumaschutzsystem WHIPS, dass Volvo damals in meine Vordersitze einbaute.

Als Antrieb standen mir über die Jahre diverse Benziner und Diesel mit jeweils vier Zylindern in Reihe sowie mit 90 bis 150 PS zur Option. Anfang 2004 erhielt der S40 einen Erben, während ich dagegen erst im Frühjahr 2004 mit einem solchen rechnen durfte. Dieser Erbe hieß nun Volvo V50.

Volvo V40: Wie ich mein Comeback feierte

Kurioserweise stellte Volvo den S40 mit Stufenheck anno 2012 ein. Nachfolger wurde – ich, der Volvo V40 in Neuauflage. Wobei ich als Volvo V40 2012 auch als Erbe des V50 gelte. Ich bin also die dritte Generation der 40er Serie. Vom Namen her bin ich jedoch nur die zweite. Was blieb, war mein typisches Kombiheck. Daher gelte ich heute als kompakte Kombilimousine mit fünf Türen. Meine Premiere feierte ich jedenfalls auf dem Genfer Autosalon 2012. Der Marktstart war ein halbes Jahr später im September.

Geschichte schrieb ich in zwei anderen Bereichen. Erstens bin ich der letzte neue Volvo auf einer Basis vom Hersteller Ford und basiere demnach auf der Plattform C1. Für dich als Fan ist das keine Überraschung, schließlich gehörte Volvo zwischen 1999 und 2010 zum besagten US-Autobauer. Auch mein Design stammte aus den USA und zwar von Chris Benjamin. Zweitens setze ich neue Maßstäbe in punkto Sicherheit. Denn ich bin das weltweit erste Fahrzeug mit einem Fußgängerairbag. Bei einem Unfall bläst sich dieser in Millisekunden im unteren Drittel meiner Windschutzscheibe auf, parallel hebt sich meine Motorhaube an. So will Volvo die Folgen eines Unfalls für Fußgänger mindern.

Volvo V40: Damit habe ich so meine Probleme

Gebaut werde ich heute übrigens im belgischen Gent. Vom Preis her bin ich zugegeben nicht billig: Bereits mein Basismodell kostet knapp 25.000 Euro. Dafür bekommst du allerdings eine ganze Menge. Die Serie ist zum Beispiel die City Safety-Technologie, die bis 50 km/h Unfälle verhindern kann. Außerdem gehören zu meiner Ausstattung weitere moderne Helfer wie Brems- und Berganfahrassistent oder eine Geschwindigkeitsregelanlage. Airbags, ABS, ESC (ESP), das Schleudertraumaschutzsystem WHIPS oder ein Überrollschutzsystem runden meine Sicherheitsausstattung ab.

Zugegeben habe ich auch einige Probleme. Manchen ist mein Kofferraum mit 335 bis maximal 1.032 Liter zu klein. Ich gebe zu: Für einen Kompakten könnte dieser tatsächlich größer ausfallen, zumal die Rede von meiner aktuellen Generation ist. Meine größeren Benziner (T4 und T5) gelten dagegen als etwas zu durstig. Experten raten daher zu meinen kleineren Motoren T2 und T3, die sich mit 122 und 152 PS durchaus zeigen lassen können. Das gleiche gilt für meine Diesel, bei denen bereits der D2 (seit Baujahr 2012) mit 120 PS genug Leistung verspricht. Dafür verbrauche ich mit dem Selbstzünder nur 3,6 bis 3,8 l/100 km. Ansonsten begeistere ich als Edel-Kompakter vor allem mit Ausstattung.

Fazit: Fahre mich und ich überzeuge dich bestimmt sehr schnell von meinen Premium-Qualitäten.