Freitag, der 23. August 2019
Fahrberichte

Fahrbericht Audi e-tron: Vier Ringe unter (Stark)Strom

31. Juli 2019
Lesezeit: 3 Minuten

Hallo, mein Freund. Du kennst mich wahrscheinlich nicht. Ich bin der Audi e-tron. e-tron? Korrekt, ich bin der erste echte Audi-Stromer. Zumindest, wenn du den früheren R8 e-tron auslässt. Allerdings war dieser nur auf E-Antrieb umgebaut. 2020 stehe ich im Handel, erste Modelle von mir summen längst über hiesige Straßen – zum Testen.

Leider muss ich dir auch gleich sagen, dass ich wohl kaum ein Auto für die breite Masse werde. Schlappe 79.900 Euro ruft Audi für mich aus. Als Startpreis, versteht sich. Mit Optionen und Extras geht es da noch deutlich nach oben. Dennoch: Ich kann begeistern. Also lass’ dich überzeugen…

Audi e-tron: Warum ich auf E-Power setze

Zuerst einmal: Ich bin als Elektroauto quasi ein Fahrzeug der Neuzeit. Der Diesel hat wohl in 20 Jahren ausgesorgt, der Benziner bzw. überhaupt der Verbrenner dürfte zeitnah folgen. Ausgelegt bin ich als SUV, dass ja derzeit bei den Käufern weltweit der große Trend ist. Kleines Aber: Als SUV bin ich nicht ganz so effizient, wie ich als Stromer sein könnte. Und ob ein solches Dickschiff nun das perfekte Auto für den urbanen Dschungel der Großstadt ist, darüber brauchen wir gar nicht zu streiten. Ich bin ein SUV, basta.

Mein Antrieb ist dem eines Sportwagens würdig. Befeuert werde ich von gleich zwei E-Motoren; einer vorn, einer hinten. Zusammen liefern die Motoren satte 299 PS (220 kW). Außerdem ein maximales Drehmoment von bis zu 660 Nm. Entsprechend drückt es dich ganz schön in den Sitz, wenn es deinem Gasfuß an Sensibilität fehlt. Weil bei einem Elektroauto das Drehmoment sofort anliegt und ich als Stromer nicht erst auf Touren kommen muss. So renne ich in flotten 5,7 Sekunden auf 100 Sachen. Das muss mir erst mal so mancher echte „Sportler“ nachmachen.

Audi e-tron: Wieso ich sehr wohl alltagstauglich bin

Wobei es bei uns E-Autos weniger um die Power geht. Sondern um Reichweite. Ja, du nickst. Wir Stromer schaffen ja nur 200 km – von wegen! Das war mal, Kumpel. Mir verbaut Audi zum Beispiel einen fetten Akku (Li-Ion) mit 95 kWh. So soll ich rund 400 km schaffen. Und zwar schon nach WLTP. Kleines Manko: Mein Akku wiegt 700 kg. Künftige Batterien sollen aber deutlich leichter sein und dabei sogar mehr Energie speichern. Warten wir also ab. Fakt ist: Je weniger Gewicht, desto besser die Effizienz. Meine 2,5 Tonnen Leergewicht müssen erst einmal ins Rollen kommen. Auf der anderen Seite bin ich ein ausgewachsenes SUV der Oberklasse mit 4,90 m Länge. Ein Porsche Cayenne (4,92 m) mit Verbrenner bringt es auch auf bis zu 2.370 kg – und das ohne schweren Akku.

Weniger Speck würde mir dennoch gut stehen. Apropos: Wie viel Zeit ich zum Laden meines Akkus brauche, hat mir Audi leider noch nicht verraten. In 30 Minuten soll ich aber via 150 kW genug Saft für die nächste „Langstreckenetappe“ ziehen können. Egal, denn ich habe noch mehr zu bieten. Zum Beispiel diverse Fahrmodi, samt einem speziellen Modus für Offroad. Richtig gelesen, ich kann durchaus kraxeln. Zumindest im leichten Gelände. Offroad kommt mir mein schwerer, aber unterflurig verbauter Akku sogar zugute. Weil ich wegen meines tiefen Schwerpunktes nicht so schnell umkippe. An dieser Stelle einen Gruß an die erste A-Klasse.

Audi e-tron: Warum ich ein Hightech-Freak bin

Gegen Aufpreis bin ich zudem ein echtes Hightech-Bündel. Statt konventionelle Spiegel kannst du mich mit Kameras ordern. Deren Bilder zeigen dir OLED-Display in sieben Zoll. An die Bilder kannst du zudem heran- oder wegzoomen, selbst den kompletten Bildausschnitt kannst du verschieben. Sogar einen toten Winkel gibt es mit diesen „Kamera-Spiegeln“ nicht mehr. Top, oder?

Überhaupt bin ich ein kleines Technologie-Wunder. Mit meinem AI-Assistenten kann ich teilautonom fahren. Die Bedienung meiner diversen Systeme und Assistenten erfolgt wieder über das neue MMI touch response. Serie ist außerdem das volldigitale Audi virtual cockpit. Ansonsten stammt mein Innenraum aus meinen Kollegen A8 und Q8. Mein Kofferraum schluckt übrigens 600 Liter. Außerdem habe ich vorne noch einen zusätzlichen Stauraum von 60 Liter. Im Crashtest konnte ich ebenfalls schon glänzen: 5 Sterne. Gelobt wurden vom Euro NCAP vor allem mein Insassenschutz sowie meine Assistenten. Für mich keine Überraschung, schließlich sind ein autonomer Notbremser sowie ein aktiver Spurhalter generell Serie.

Jetzt habe ich aber genug gefaselt. Teste mich, fahre mich Probe. Doch Vorsicht: Du wirst dich prompt in mich verlieben.