Leasing oder Finanzierung? Ratgeber informiert über Vor- und Nachteile

Neuwagen oder junge Gebrauchtwagen besitzen einen hohen Kaufpreis. Die ausgerufene Summe bewegt sich oft im fünf oder sechsstelligen Bereich. Fehlt das notwendige Eigenkapital für das gewünschte Fahrzeug, bieten sich eine Finanzierung oder Leasing an. Der Ratgeber informiert Sie über die beiden genannten Alternativen zur Barzahlung. Die nachfolgenden Abschnitte stellen Ihnen zunächst die Charakteristika von Finanzierungs- beziehungsweise Leasingverträgen vor. Daran schließt sich ein Vergleich im Hinblick auf die Vor- und Nachteile an. Am Ende folgt eine Antwort auf die Frage "Finanzierung oder Leasing" im Ratgeber.


Finanzierung oder Leasing statt Barzahlung

Der Kauf eines neuen Fahrzeugs per Barzahlung stellt für das Eigenkapital eine deutlich zu spürende Belastung dar. Mitunter fehlt sogar die notwendige Liquidität, um den Preis des Wunschautos mit einer einmaligen Zahlung zu begleichen. Aus diesem Grund interessieren sich zahlreiche Kunden für eine Finanzierung oder das Leasing. Der Ratgeber klärt Sie über die beiden Modelle auf. Das vermittelte Wissen unterstützt Sie bei Ihrer Entscheidung darüber, wie Sie den Fahrzeugkauf abwickeln.


Finanzierung zum Eigentumserwerb – Leasing zur Gebrauchsüberlassung

Der grundlegende Unterschied zwischen der Finanzierung und dem Leasing besteht in der Handlung nach Vertragsende. Die klassische Finanzierung zielt darauf ab, dass Sie den Kaufpreis in Monatsraten abzahlen. Dadurch begleichen Sie mit der letzten Zahlung Ihre Restschuld und das Fahrzeug geht in Ihr Eigentum über. Das Leasing ähnelt dagegen der Miete. Der Leasinggeber überlässt Ihnen das Automobil für die Vertragslaufzeit zur Nutzung. Anschließend geben Sie das Fahrzeug an ihn zurück.


Verschiedene Varianten der Finanzierung

Der Ratgeber zur "Leasing oder Finanzierung"-Frage erläutert Ihnen zunächst die konkreten Vertragsmodelle für beide Varianten. Die Finanzierung verfolgt die Absicht, dass Sie über den Vertragszeitraum das Eigentum am entsprechenden Automobil erwerben. Dafür existieren mit dem Ratenkredit, der Ballonfinanzierung und dem Drei-Wege-Angebot verschiedene Modelle. Bei der klassischen Ratenfinanzierung erhalten Sie von einem Finanzinstitut einen Kredit, mit dem Sie das Fahrzeug bezahlen. In der Regel besteht die Möglichkeit, vor Vertragsbeginn eine Anzahlung an den Verkäufer zu leisten. Dadurch reduziert sich der Betrag des Darlehens. Bezüglich des Vertragspartners wählen Sie zwischen der Herstellerbank oder einem unabhängigen Kreditinstitut. Die Entscheidung hängt insbesondere davon ab, ob Ihnen die Herstellerbank für das gewünschte Automobil ein attraktives Angebot mit niedrigen Zinsen unterbreitet.

Das bewilligte Darlehen zahlen Sie bei der klassischen Finanzierung in gleichmäßigen Raten zurück. Der konkrete Betrag der Monatsraten berechnet sich anhand der vereinbarten Vertragslaufzeit und den zwischenzeitlich anfallenden Zinsen. Die Höhe der monatlichen Zahlung fällt stets gleich aus. Aufgrund der sich kontinuierlich reduzierenden Restschuld steigt folglich der Tilgungsanteil mit jeder Rate an. Mit der Ballonfinanzierung existiert eine Alternative, bei der sich die finanzielle Belastung auf das Vertragsende hin verschiebt. Sie profitieren von vergleichsweise niedrigen Raten. Dafür wartet mit dem "Ballon" eine hohe Schlusszahlung.

Die Drei-Wege-Finanzierung eröffnet Ihnen nach dem Ende der Vertragslaufzeit mehrere Handlungsoptionen. Wie bei der Ballonfinanzierung vereinbaren Sie mit dem Kreditgeber eine Schlusszahlung. Allerdings besteht die Möglichkeit, die Schlussrate mit einem weiteren Kredit zu finanzieren. Alternativ geben Sie das Fahrzeug an den Händler zurück. Letztgenannte Option sieht die normale Ballonfinanzierung nicht vor. Dadurch ergibt sich eine gewisse Sicherheit im Hinblick auf unerwartete Veränderungen der finanziellen Situation.


Kein Eigentumserwerb beim Leasing vorgesehen

Während die Finanzierung auf den Eigentumserwerb abzielt, fungiert das Leasing als zeitlich befristete Nutzungsüberlassung. Sie einigen sich mit dem Leasinggeber auf eine Laufzeit, die in der Regel zwischen zwölf und 48 Monaten beträgt. Für die Dauer des Leasings gelten Sie als Halter des Fahrzeugs, nicht aber als Eigentümer. Dafür fallen im Vergleich zur Finanzierung die Monatsraten günstiger aus. Mit einer Anzahlung zu Vertragsbeginn reduzieren sich die regelmäßigen Zahlungen nochmals. Nach Leasingende geben Sie das Automobil zurück.

Für das Leasing existieren ebenfalls mehrere Varianten. Diesbezüglich gilt es, insbesondere das Restwert- sowie das Kilometer-Leasing zu nennen. Beim Restwert-Leasing prognostiziert der Leasinggeber den voraussichtlichen Wert des Fahrzeugs nach Vertragsende. Danach berechnen sich die monatlich zu leistenden Raten. Allerdings gehen Sie als Leasingnehmer das Risiko ein, dass der tatsächliche Wert bei der Fahrzeugrückgabe unter der ursprünglichen Kalkulation liegt. In diesem Fall verlangt der Leasinggeber eine Nachzahlung in Höhe der Differenz.

Angesichts des Risikos empfiehlt Ihnen der Ratgeber das Kilometer-Leasing. Hierbei beeinflussen Sie die Kosten über die gefahrenen Kilometer. Sie einigen sich mit dem Leasinggeber auf eine jährliche Laufleistung. Daran bemessen sich die regelmäßigen Leasingraten. Übersteigen Sie die vereinbarte Grenze, entstehen Nachzahlungen aufgrund der Mehrkilometer. Umgekehrt erhalten Sie eine Rückzahlung, sofern der Leasingvertrag eine Regelung für Minderkilometer beinhaltet.

Mitunter sehen die Vertragsmodalitäten ein Andienungsrecht vor. Es räumt dem Verkäufer die Option ein, Sie nach Vertragsende zum Kauf zu verpflichten. Für Sie besteht dagegen kein Wahlrecht hinsichtlich eines Fahrzeugkaufs. Deswegen raten Experten vom Leasing mit einem solchen Andienungsrecht ab.


Leasing oder Finanzierung? Ratgeber gibt die Antwort

Nach den detaillierten Erläuterungen zu den Hintergründen der beiden Möglichkeiten widmet sich der Ratgeber der "Finanzierung oder Leasing"-Frage. Beide Varianten besitzen ihre Vor- und Nachteile. Die Antwort hängt von Ihrer finanziellen Situation und Ihren persönlichen Bedürfnissen ab. Legen Sie Wert darauf, stets ein aktuelles Fahrzeug ohne große einmalige Investition zu nutzen, stellt das Leasing eine ernsthafte Option dar. Sie bezahlen lediglich für die Nutzung, die Raten verfolgen nicht das Ziel des Eigentumserwerbs. Aus diesem Grund fallen die Monatszahlungen vergleichsweise niedriger aus. Dafür geben Sie das Fahrzeug nach Vertragsende zurück. Mitunter verlangt der Händler sogar Nachzahlungen, die vom individuellen Zustand des Wagens abhängen. Daraus resultiert eine finanzielle Unsicherheit im Hinblick auf nicht kalkulierte Ausgaben.

Das Leasing-Fahrzeug stellt ein Mietobjekt dar, wohingegen das finanzierte Automobil nach der Tilgung des Darlehens in ihr Eigentum übergeht. Daraus resultiert ein wesentlicher Unterschied. Sehen Sie das Automobil als Prestigeobjekt an, das Sie gerne Ihr Eigentum nennen, empfiehlt sich die Finanzierung. Schließlich bauen Sie zu Ihrem Fahrzeug mit jeder Fahrt eine größere Bindung auf.

Anders gestaltet sich die Lage, wenn Sie als Gewerbekunde oder Selbstständiger gelten. In diesem Fall fällt die Empfehlung des "Leasing oder Finanzierung"-Ratgebers klar zugunsten der Fahrzeugmiete aus. Der entscheidende Vorteil: Sie besitzen das Recht, die Leasing-Raten steuerlich abzusetzen. Ansonsten geht im Zweifelsfall die Tendenz zur Finanzierung. Das bestätigt auch die Aral-Studie "Trends beim Autokauf 2017". Laut deren Ergebnisse erwägen 31 Prozent der Befragten beim nächsten Fahrzeugerwerb die Finanzierung. Lediglich neun Prozent ziehen das Leasing in Betracht.


Fazit des "Leasing oder Finanzierung"-Ratgebers

Letztendlich empfiehlt Ihnen der "Leasing oder Finanzierung"-Ratgeber, die tatsächlichen Angebote zu vergleichen. Holen Sie für das Leasing und für die Finanzierung konkrete Offerten zu Ihrem angestrebten Wunschfahrzeug ein. Berechnen Sie, welche gesamten Kosten auf Sie zukommen. Summieren Sie Anzahlung, Schlussrate und die monatlichen Raten. Abschließend evaluieren Sie, ob das Leasing aus finanzieller Sicht wirklich erheblich günstiger ausfällt. Sonst lohnt sich die Finanzierung, da Sie nach Vertragsende über das Fahrzeug verfügen. Bei Liquiditätsengpässen bietet sich die Möglichkeit, das Automobil wieder zu verkaufen.

 

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