Ratgeber: Leasing von Fahrzeugen als Alternative zur Barzahlung oder Finanzierung

Beim Erwerb eines Neu- oder Gebrauchtwagens existieren unterschiedliche Finanzierungsmodelle. Neben dem sofortigen Kauf besteht die Option, das Automobil über einen definierten Zeitraum mit Raten zu finanzieren. Alternativ lohnt sich in gewissen Situationen das Leasing. Hierbei zahlt der Vertragspartner über die vereinbarte Vertragslaufzeit einen Bruchteil des Fahrzeugwertes. Sie gelten jedoch nicht als Eigentümer. Stattdessen überlässt Ihnen der Leasinggeber das Automobil einzig zur Nutzung bis zum Vertragsende. Der vorliegende Leasing-Ratgeber informiert Sie ausführlich über das zugrundeliegende Modell. Sie erfahren zunächst, welche Vor- und Nachteile mit dem Leasing einhergehen. Anschließend klärt Sie der Ratgeber auf, unter welchen Umständen sich ein Leasing-Vertrag lohnt.


Leasing – Vertrag zur Nutzungsüberlassung

Laut einer Umfrage von Boniversum entscheiden sich 26 Prozent der deutschen Pkw-Nutzer für die Finanzierung oder das Leasing Ihres Fahrzeugs. Beim Leasing schließen die beiden Vertragspartner einen Vertrag über die Nutzungsüberlassung eines Fahrzeugs. Der Leasinggeber hat die Eigentumsrechte an dem entsprechenden Automobil und überlässt es dem Leasingnehmer. Das notwendige Hintergrundwissen liefert Ihnen der vorliegende Leasing-Ratgeber.

Grundsätzlich kommt das Leasing für Neu- und Gebrauchtwagen infrage. Im Unterschied zum klassischen Fahrzeugkauf geht das Eigentum am Kfz-Brief nicht an den Kunden über. Im Zuge des zeitlich befristet überlassenen Nutzungsrechtes fungiert der Leasingnehmer jedoch als Fahrzeughalter.

Im Gegenzug für die Nutzungsüberlassung entrichten Sie als Leasingnehmer Zahlungen an Ihren Vertragspartner. Zeitpunkt und Höhe der anfallenden Kosten hängen von den Vertragskonditionen ab. In der Regel fällt beim Leasing eine monatliche Rate an. Mitunter verlangt der Leasinggeber bei der Übergabe des Fahrzeugs eine einmalige Anzahlung.


Leasing-Ratgeber informiert über unterschiedliche Modelle

Bei der Berechnung der Zahlungen spielt das konkrete Vertragsmodell eine wesentliche Rolle. Diesbezüglich unterscheidet der ADAC zwischen folgenden Typen:

  • Kilometer-Leasing,
  • Restwert-Leasing,
  • Leasingvertrag inklusive Andienungsrecht.

Das Kilometer-Leasing gilt als beliebte Variante. Hierbei vereinbaren die Vertragspartner eine jährliche Kilometerleistung. Je höher die Kilometerleistung ausfällt, desto teurer gestalten sich die Monatsraten. Übersteigt der Halter die vereinbarte Grenze, entstehen aufgrund der Mehrkilometer zusätzliche Kosten. Diesbezüglich empfiehlt der Leasing-Ratgeber, die erforderlichen Kilometer genau zu kalkulieren. Tipp des Leasing-Ratgebers: Achten Sie darauf, dass der Vertrag einen Minderkilometersatz enthält. In diesem Fall bekommen Sie Geld zurück, falls Sie die vereinbarten Kilometer unterschreiten.

Beim Restwert-Leasing überträgt der Leasinggeber das Restwert-Risiko auf den Kunden. Bei Vertragsabschluss findet eine Kalkulation des Fahrzeugwertes für das Leasingende statt. Der prognostizierte Restwert bildet den Ausgangspunkt für die Berechnung der Anzahlung und der Monatsraten. Fällt nach Vertragsende der tatsächliche Fahrzeugwert niedriger aus als der vereinbarte Restwert, zahlt der Leasingnehmer die Differenz.

Beinhaltet der Vertrag ein Andienungsrecht, hat der Leasinggeber das Recht zum Verkauf des Fahrzeugs an den Kunden nach Ende der Laufzeit. In diesem Fall besteht vonseiten des Leasingnehmers eine Kaufpflicht. Umgekehrt besteht keine Kaufmöglichkeit für den Kunden, falls der Leasinggeber diesem Vorhaben widerspricht. Daher rät Ihnen der Leasing-Ratgeber von einer derartigen Klausel ab.


Vorteile des Leasings aus Kundenperspektive

Das Leasing bringt dem Kunden einen entscheidenden finanziellen Vorteil. Die Gesamtkosten aus Anzahlung und den monatlichen Leasing-Raten fallen deutlich günstiger aus als der Kauf des entsprechenden Fahrzeugs. Dadurch eröffnet sich die Möglichkeit, einen Neu- oder Gebrauchtwagen ohne große Investition zu nutzen. Angesichts der entfallenden hohen Investitionskosten behalten Sie Ihre finanzielle Flexibilität. Anders ausgedrückt: Leasingnehmer bekommen Zugang zu Fahrzeugen, für deren Kauf die Liquidität nicht ausreicht. Dementsprechend gilt das Leasing für Personen ohne das notwendige Eigenkapital als attraktive Option.

Andererseits warnt der vorliegende Ratgeber zum Leasing vor den Nachteilen. Als Leasingnehmer fungieren Sie lediglich als Mieter. Nach Ende des Vertrags geht das Fahrzeug nicht in ihr Eigentum über. Womöglich kommen bei der Rückgabe zusätzliche Kosten auf Sie zu, die vom Restwert, aufgetretenen Schäden oder der Kilometerleistung abhängen. Außerdem gehen Sie mit dem Leasingvertrag ein finanzielles Risiko ein. In der Regel besteht keine Möglichkeit, den Vertrag vor dem vereinbarten Ende aufzulösen. Der Leasingvertrag gilt als bindend. Kommen Sie in ein finanzielles Ungleichgewicht, bleibt die Zahlungspflicht bestehen. Lediglich die Insolvenz oder der Todesfall heben den Vertrag vorzeitig auf.


Wann lohnt sich das Leasing?

Letztendlich bleibt im Leasing-Ratgeber die Frage zu klären, in welcher Situation sich das vorgestellte Mietmodell lohnt. Für Geschäftskunden rentiert sich das Leasing aufgrund der steuerlichen Behandlung als Betriebskosten. Selbstständige können die Leasingraten ebenfalls absetzen. Diese steuerliche Option gewährt Ihnen der Staat als Privatperson nicht. Aus diesem Grund gilt es, vorab die Entscheidung für oder gegen das Leasing gründlich abzuwägen.

Vergleichen Sie verschiedene Angebote. Behalten Sie dabei die Summe aller Kosten über die ganze Laufzeit im Auge. Verlangt der Leasinggeber eine niedrige Anzahlung, fallen die monatlichen Raten höher aus. Führen Sie deshalb eine Gesamtkostenrechnung durch. Ziehen Sie entsprechende Finanzierungs-Angebote in ihre Evaluation mit ein, bei denen das Fahrzeug nach Vertragsende in Ihr Eigentum übergeht.

Sofern Sie wenig Wert auf das Eigentum eines Fahrzeugs legen, sondern sich einzig für dessen Nutzung interessieren, kommt das Leasing infrage. In diesem Fall fahren Sie ein Automobil mit moderner Technik bei niedrigen laufenden Kosten. Gegenüber der klassischen Finanzierung gestalten sich die monatlichen Raten deutlich günstiger, da Sie lediglich für den Wertverlust aufkommen.


Fazit – Ratgeber zum Leasing

Der vorliegende Leasing-Ratgeber klärte Sie ausführlich über das Mietmodell für Automobile auf. Beim Leasing überlässt Ihnen der Vertragspartner ein Fahrzeug für einen definierten Zeitraum zur Nutzung. Sie zahlen zu Beginn eine Anzahlung und entrichten daraufhin Monatsraten. Beim Vertragsmodell empfiehlt Ihnen der Ratgeber das Kilometer-Leasing ohne Andienungsrecht. Nach Ablauf des Leasings geben Sie das Fahrzeug zurück.