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Presse

Gebrauchtwagenplattform Instamotion:

„Der verlängerte Arm des Autohandels in die digitale Welt“ - 22.02.2017

Den Gebrauchtwagenkauf komplett digitalisieren will das Startup Instamotion. Das Münchner Unternehmen konnte von seinem Konzept auch die Allianz-Versicherung überzeugen.

Echten Autokauf per Mausklick verspricht die neue Transaktionsplattform Instamotion, die seit Ende 2016 live ist: Anders als bei Portalen wie Mobile.de oder Autoscout24, die nur zwischen Händlern und Käufern vermitteln, wird bei Instamotion der komplette Kauf digital abgewickelt – von der Auswahl bis zur Übergabe des Fahrzeugs an den Kunden – Versicherung, Zulassung und Garantie inklusive.

„Wir sind der verlängerte Arm des Autohandels in die digitale Welt“, sagt Darius Ahrabian, der Instamotion im Herbst 2015 gegründet hat. Der frühere Ferrari-Manager zielt mit seinem Angebot auf Kunden, die es beim Gebrauchtwagenkauf möglichst bequem haben wollen. „Wir verfolgen eine no-hassle-Politik für den Kunden.“ Das Instamotion-Geschäftsmodell ähnelt dem von Amazon, aber „wir machen es nicht, um die Größten zu sein“, sagt Ahrabian, „wir wollen die Besten sein“

Angeboten werden junge Gebrauchte, die maximal fünf Jahre alt und 100.000 Kilometer gelaufen sind, Schwerpunkte bilden Tageszulassungen, Werkswagen und Leasingrückläufer. Statt physischer Testfahrt gibt es Probefahrtvideos mit Sachverständigen, Details werden mittel 360-Grad-Film vermittelt. Wer dann in der Realität doch nicht mehr überzeugt ist, kann das Fahrzeug ohne Angabe von Gründen binnen 14 Tagen zurückgeben.

Allianz hat sich beteiligt

Die Fahrzeugpreise bei Instamotion sind Festpreise. „Basis für unsere Preisfindung ist der echte Transaktionspreis“, sagt Ahrabian. „Den ermitteln wir aus den Werten der Marktbeobachter wie DAT oder Schwacke uns sämtliche Börsen über einen Zeitraum von sechs Monaten.“ Bis 2021 soll der Absatz auf 100.000 Fahrzeuge und mindestens eine Milliarde Euro Umsatz steigen.

Mit im Instamotion-Boot sitzt auch der Versicherungsriese Allianz, der seit 2016 eine Beteiligung hält. Vergleiche mit den Aktivitäten des Allianz-Wettbewerbers HUK, der vor einigen Monaten in Düsseldorf ein Autohaus eröffnet hat, weist Ahrabian klar zurück: „Unser Geschäftsmodell ist ein anderes als das der HUK-Autowelt. Wir sind kein Autohaus, sondern eine Transaktionsplattform für Fahrzeuge vom Handel. Die HUK verkauft eigene Autos direkt und klassisch, wir digital.“

Quelle: Automobilwoche

 

Autokauf per Mausklick

Über Instamotion können Kunden im Internet Gebrauchtwagen kaufen und nach Hause liefern lassen / Die Allianz mischt mit

München, 29. Januar 2017 – „Der Motor springt sofort an, die Leerlaufdrehzahl beträgt 800 bis 900 Umdrehungen je Minute, wir hören keine ungewöhnlichen Geräusche“, sagt Fabian Förster, wenige Sekunden nachdem er den Zündschlüssel im Opel Mokka umgedreht hat. In den nächsten fünf Minuten macht Förster eine Probefahrt in dem hellblauen Kompakt-Geländewagen, der im Oktober 2015 erstmals zugelassen wurde und nun mit 18.724 Kilometern für 21.080 Euro zum Kauf im Internet angeboten wird. Der junge Mann auf dem Fahrersitz ist ein Sachverständiger der Hüsges-Gruppe, und seine Probefahrt kann sich jeder Kaufinteressent im Video anschauen.

Die virtuelle Probefahrt ist ein Merkmal der Münchner Instamotion Retail GmbH, die in diesem Jahr den Gebrauchtwagenkauf im Internet revolutionieren will. Anders als die Portale Mobile.de oder Autoscout24, die dem Kunden zwar eine Marktübersicht verschaffen, den Kauf aber nur vermitteln, wird auf Instamotion die Transaktion bis zum Ende abgewickelt – von der Kontaktaufnahme zum Händler über das Hüsges-Gutachten des Sachverständigen bis zur persönlichen Fahrzeugübergabe an der Haustür des Käufers einschließlich Zulassung, Versicherung und Gewährleistungsgarantie. „Wir sind die erste vollelektronische Transaktionsplattform“, sagt Unternehmensgründer Darius Ahrabian. Er spricht von seinem Internet-Autokaufhaus als „Amazon für Gebrauchtwagen“, was angesichts gerade einmal hundert, eher zufällig abgewickelten Testkäufen und derzeit nur 1400 Fahrzeugen im Bestand ziemlich vermessen klingt. Aber Ahrabian hat ehrgeizige Pläne: Schon heute hat er die großen Autohändler der Schwabengarage und der AVAG-Gruppe unter Vertrag, und bis Ende des Jahres 2018 will er 100.000 Gebrauchtwagen verkauft, 1 Milliarde Umsatz und auch Gewinn gemacht haben.

Äußerst hilfreich für Ahrabians Expansionspläne ist die Tatsache, dass ein namhafter Dax-Konzern an sein Geschäftsmodell glaubt: Die Allianz hat sich mit mehr als 25 Prozent an Instamotion beteiligt und liefert die Versicherungen samt Gewährleistungsgarantie. Manfred Knof, der Allianz-Deutschland-Chef, hat für den Marktführer die Maxime ausgegeben, von jungen Internetunternehmen lernen zu wollen. „Die Start-ups schieben sich zwischen uns und die Kunden. Sie zwingen uns, aus Sicht der Kunden radikal zu denken.“, sagt Knof kürzlich dieser Zeitung: „Wir müssen alles der Prämisse unterordnen: Ist das jeweilige Produkt für die Kunden eine gute Lösung, und zwar nicht auf irgendeinen Computer, sondern auf dem Smartphone? Deshalb beziehen wir schon heute frühzeitig im Produktentwicklungsprozess unsere Kunden mit ein.“

Der Versicherungskonzern ist auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern, weil die alten zunehmend unter Druck geraten. Er muss sich darauf einstellen, dass in Zukunft selbstfahrende Autos dank ihrer ausgeklügelten Technik so gut wie keine Unfälle mehr bauen. Weil sich die Versicherungsprämie nach der Schadenquote bemisst, dürften die Einnahmen für die Versicherer drastisch sinken. Derzeit versichert die Allianz in Deutschland noch mehr als 8 Millionen Fahrzeuge und kassiert dafür 3,6 Milliarden Euro Beitragseinnahmen.

Abseits ihres klassischen Policeverkaufs beobachtet die Allianz inzwischen aufmerksam die „Insurtechs“, die vor allem jene Konsumenten ansprechen, die ihre Versicherungsgeschäfte nicht beim Makler vor Ort, sondern auf dem Smartphone erledigen wollen. Versicherungsdienstleistungen per Klick, leicht verständlich und komfortabel, lautet das Versprechen der meist branchenfremden Anbieter, die es auf die Kundendaten abgesehen haben.

Ähnlich bequem funktioniert auch der Gebrauchtwagenkauf bei Instamotion. Gründer Ahrabian glaubt, dass vor allem Frauen zu seinen Kunden gehören werden, die einerseits kein Interesse an einer Probefahrt vor Ort haben, andererseits aber die Verlässlichkeit eines neutralen Gutachters und die Garantie eines Versicherungskonzerns schätzen. Im jüngsten DAT-Report, den die Deutsche Automobil Treuhand in der vergangenen Woche in Berlin präsentiert hat, betrachten 21 Prozent der Gebrauchtwagenkäufer den Fahrzeugkauf als „ein notwendiges Übel, mit Anstrengungen und Stress verbunden“. Um an diese Kunden heranzukommen, will Instamotion in den kommenden Wochen die Werbetrommel rühren. Helfen könne auch die Kooperation mit der Allianz, sagt Ahrabian. So sollen die 8300 Allianz-Vertreter in Deutschland ihren Versicherten bei einem Totalschaden gleich das neue Auto zur Versicherung verkaufen, indem sie auf Instamotion verweisen. Angeboten werden dort nur Fahrzeuge, die höchstens sieben Jahre alt und maximal 120.000 Kilometer gefahren sind.

Dass Ahrabian in den kommenden Monaten genügend Autohändler auf sein Portal bekommt, daran hat er keine Zweifel. „Wir machen ihnen keine Konkurrenz, sondern bieten ihnen einen zusätzlichen Vertriebskanal“, sagt er. So können die Händler weiterhin ihre Fahrzeuge wie bisher anbieten, parallel aber über Instamotion online vermarkten. Mit Instamotion vereinbart der Händler einen festen Abnahmepreis, der verständlicherweise niedriger ist als der Marktpreis. „Dafür hat er aber auch keine Vertriebskosten, denn die übernehmen wir“, sagt Ahrabian.

Der Unternehmensgründer ist seiner Geschäftsidee überzeugt, schließlich kennt er die Autoszene aus dem Effeff, arbeitete zuletzt viele Jahre als Vorstand bei der italienischen Sportwagenschmiede Ferrari. Mit 59 Jahren ist er für einen Start-up-Unternehmer recht alt. Aber Instamotion ist auch schon seine zweite Geschäftsführung. Mitte der achtziger Jahre rief er die auf Luxusautos spezialisierte Leasingfirma AIL ins Leben.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung

 

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