Das Doppelkupplungsgetriebe auf dem Vormarsch

Das Doppelkupplungsgetriebe ermöglicht mit zwei Teilgetrieben einen vollautomatischen Gangwechsel ohne Zugkraftunterbrechung. Die Getriebeart ist bei Herstellern aus guten Gründen beliebt. Sie weisen gegenüber anderen Automatikgetrieben diverse Vorteile und einen höheren Fahrkomfort auf. Beim Schalten ist die nächste Stufe bereits voreingelegt. Der Steuerchip erkennt anhand der Motorendrehzahl den idealen Schaltpunkt und legt den neuen Gang automatisch ein.

 

So ist das Doppelkupplungsgetriebe aufgebaut

Es besteht aus zwei automatisierten Teilgetrieben, die sich im selben Gehäuse befinden. Jedes hat eine eigene Kupplung. Das eine Getriebe fährt die geraden Gänge während das andere für die Schaltung der ungeraden verantwortlich ist. Damit ist garantiert, dass sie abwechslungsweise drankommen und einen stufenlosen Übergang gewährleisten. Der Rückwärtsgang ist je nach Getriebe dem ungeraden oder geraden Teilgetriebe zugeordnet. Das Radsatzprinzip ist gleich wie bei einem manuellen Getriebe. Besonders ist das Arbeiten auf einem gemeinsamen Getriebeausgang.

 

Wie funktioniert die Schaltung des Getriebes?

Der ideale Kraftfluss ist gewährleistet, weil sich gleichzeitig die eine Kupplung öffnet, während die andere schließt. In einigen Systemen hat der Fahrer die Option, per Wippen am Lenkrad oder per Ganghebel zu schalten. Die Steuerung erfolgt elektronisch und wählt den nächsten Gang aus der Kombination folgender Faktoren aus:

  • Drehzahl,
  • Geschwindigkeit,
  • Anforderung des Fahrers (Gaspedal zum Beschleunigen oder Bedienen des Wahlhebels).

Die Vorwahl geschieht im lastfreien Zweig des Getriebes. Daraufhin schließt die Kupplung des ausgewählten Ganges und öffnet diejenige des bisher belasteten gleichzeitig. Beide Kupplungen schleifen elektronisch aufeinander abgestimmt. Sie passen die Motorendrehzahl an die neue Getriebeübersetzung an. Die Dauer dieser Phase ist vom Drehzahlunterschied abhängig und dauert einige Hundertstel- bis Zehntelsekunden. Ein deutlicher Ruck tritt nicht auf.

Die Bedienung des Hebels ist nur beim Einlegen des Rückwärtsganges, beim Parken und Anfahren notwendig. In besonderen Situationen wie beim Schalten in einen niedrigen Gang bei starkem Gefälle ist ebenfalls der Eingriff des Fahrers gefragt. In allen anderen Situationen funktioniert das Schalten automatisch.

 

Geschichtlicher Hintergrund des Doppelkupplungsgetriebes

Die Idee des Doppelkupplungsgetriebes ist nicht neu. Bis 1931 gehörte es mit zwei Gängen zur Grundausstattung der Morgan Threewheelers. Die ersten Patente stammen vom französischen Erfinder Adolphe Kégresse von 1939 und vom Darmstädter Professor Rudolf Franke von 1940. In den 80er-Jahren stellte Porsche es unter dem Namen PDK (Porsche-Doppelkupplungsgetriebe) der Öffentlichkeit vor.

Volkswagen führte es unter dem Namen Direktschaltgetriebe 2003 ein. Die ersten Modelle waren nasslaufende Doppelkupplungen vom Hersteller BorgWarner Transmission Systems. Trockenlaufende 7-Gang-Direktschaltgetriebe sind bei VW seit 2008 im Einsatz. Sie eigenen sich für kleinere Volumenmotoren mit bis zu 125 kW und Drehmomente bis zu 250 nm. Das DQ500 ist das Nachfolgemodell und finden in größeren Fahrzeugen bis zu 600 nm Verwendung.

 

Vorteile gegenüber anderen automatischen Getrieben

Ein wichtiger Vorteil ist das Ausbleiben der lästigen Zugkraftunterbrechung. Laut TÜV Nord spart das Doppelkupplungsgetriebe zehn Prozent Benzin. Die Anfertigung ist günstiger. Es verfügt über ein ruppigeres Aussehen als andere Automatikgetriebe und ist je nach Modell für sechs oder sieben Gänge ausgelegt.

Im Gegensatz zu anderen automatischen Getrieben betätigen die Fahrer das Doppelkupplungsgetriebe bei Motorstillstand. Dabei ist kein Mindestöldruck notwendig. Sie sind geeignet für Klein- und Sportwagen. Mittlerweile sind sie in einer großen Bandbreite aktueller Modelle verfügbar. Volkswagen gilt als Vorreiter der Serienproduktion von Autos mit dieser Art Getriebe. Sie betonen die besseren Beschleunigungswerte und den geschmeidigen Gangwechsel. Der Aufpreis ist deutlich geringer als bei einem Fahrzeug mit Stufenautomatik.

 

Der Shootingstar unter den Automatikgetrieben

Wegen seiner Einsetzbarkeit in diversen Wagentypen ist das Doppelkupplungsgetriebe der Shootingstar unter den Automatikgetrieben. In Kleinwagen ist es dank seiner Kompaktheit beliebt. Sportwagen profitieren von den exzellenten Beschleunigungswerten. Einen Aufpreis zu zahlen lohnt sich, da der Fahrkomfort gegenüber manuellen oder anderen automatischen Getrieben größer ist. Das Autofahren behält als Vergnügen seinen Wert. In den letzten Jahren sind viele Hersteller auf den Geschmack gekommen. Sie bauen diese Art von Getriebe in diverse Neuwagen aller Art ein.