Technik

Mach mich an! – Alles zur Autobatterie

25. März 2020
Lesezeit: 3 Minuten

Du willst mich anmachen? Mein Motorenherz schlägt nur für dich, wenn du dich darum kümmerst, dass meine Batterie gesund bleibt. Eine Autobatterie besitzt eine gewisse Grundladung, die umso höher ausfällt, je jünger die Batterie ist. Bei jeder Autofahrt wird die Batterie über die Lichtmaschine neu aufgeladen. Entscheidend für dich ist, dass du im Auge behältst, dass du bei deinen Touren nicht mehr Energie von der Batterie abzapfst, als sich durch die Arbeit der Lichtmaschine neu darin ansammelt.

Du schonst deine Nerven und die Umwelt

Natürlich spart es eine Menge Geld, wenn du meine Batterie länger nutzen kannst. Außerdem schont es die Umwelt. Die Herstellung von Batterien und deren Entsorgung sind belastend. Es versteht sich von selbst, dass du die Batterie dort ordnungsgemäß zurückgibst, wo du sie gekauft hast. Dein Nervenkostüm kannst du durch Batteriepflege entlasten, denn es ist unnötig spannend, wenn du angesichts einer Batterie, die immer am unteren Limit hängt, bei Antritt jeder Fahrt die bange Frage stellen musst: „Springt mein Auto an?”

 

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Tipps, damit ich geschmeidig richtig auf Touren komme

Wenn mein Motor nicht läuft, schaltest du selbstverständlich keine großen Stromverbraucher an: keine Musikanlage, kein Fernlicht, keine Klimaanlage, keine Sitzheizung. Die Faustregel für dich lautet: Möglichst keine Stromentnahme, wenn nicht gleichzeitig Strom erzeugt wird!

Wenn du mir eine neue Batterie gegönnt hast, schmierst du beide Batteriepole mit speziellem Batteriefett ein. Das sorgt für eine bessere Stromleitung. Batteriefett schütz außerdem davor, dass feuchter Schmutz an den Polen Kriechströme erzeugt, die meiner Autobatterie auf lange Sicht eine Menge Strom entziehen können. Es ist bei der Batterie wie sonst auch im Leben: Achte bitte darauf, dass meine Kontakte sauber sind. Wenn du die Batterie mit einem weichen Putzlappen aus Kunstfaser reinigst, pass auf, dass sich das Batteriegehäuse dabei nicht statisch auflädt. Das schadet der Batterie.

Wenn meine Batterie tot war, besteht die Gefahr, dass die Lichtmaschine, Regler oder elektrische Leitungen in mir defekt sind. Baust du in diesem Fall eine neue Batterie ein, ohne mögliche Schäden vorher zu identifizieren und abzustellen, kann es sein, dass auch die neue Batterie komplett leer gesaugt wird. Also denk daran: bei toter Batterie Werkstatt aufsuchen und mich gründlich durchchecken lassen. Wenn meine Batterie tiefenentladen, also tot ist, greif zu einem Batterieladegerät. Damit kannst du auch eine tiefenentladene Batterie wieder aufladen. Natürlich bleibt die Frage, weshalb sich die Batterie komplett entladen hat. Manchmal ziehen beispielsweise USB-Stecker, die du in Buchsen in meinem Cockpit gelassen hast, auf geradezu unerklärliche Weise eine erstaunliche Menge an Strom. Wenn meine Batterie tiefenentladen war, solltest du ein bisschen misstrauisch bleiben. In dem Fall hast du am besten das Ladegerät bei jeder Fahrt dabei und außerdem ein Starthilfekabel, mit dem du im Notfall eine Überbrückung zu einem anderen Fahrzeug herstellen kannst.

Kleiner Tipp am Rande: Du denkst bitte immer daran, wenn du mit der Autobatterie hantiert, dass die Säure enthält. Säuren können deine Hände verätzen. Daher solltest du säurestabile Handschuhe beim Umgang mit der Autobatterie tragen. Und bitte kipp die Batterie nicht unnötig: Dabei kann Säure austreten. Sollte dir an einem deiner ungeschickten Tage die Batterie herunterfallen, dann tausch sie bitte aus. Die Gefahr, dass sie einen Defekt dabei davongetragen hat, ist sehr groß.

Batterien lieben Autobahntouren

Dein Fahrverhalten hat eine direkte Auswirkung auf die Lebensdauer meiner Batterie. Längere Autobahnfahrten schonen die Batterie, kurze Stadtfahrten zehren an ihr. Erinnere dich an den ersten Abschnitt, indem ich dir erklärt habe, dass die Lichtmaschine die Batterie auflädt und dass Stromverbrauch und Stromerzeugung in einem vernünftigen Verhältnis stehen müssen. Je kürzer unsere Fahrt, desto weniger Stromverbraucher solltest du im Auto aktivieren. Das bezieht sich vor allen Dingen auf entbehrliche Einrichtungen, die zwar angenehm sind, aber deine Fahrsicherheit nicht beeinträchtigen. Lass also beispielsweise die Sitzheizung aus, öffne besser das Fenster, als die Lüftung auf volle Pulle zu stellen, lass mein Radio zunächst still, wenn du weißt, dass du nur zwei km zum nächsten Discounter fährst.

Ich liebe es, zu kuscheln!

Versicherungen geben nicht umsonst Rabatte, wenn Autos in der Garage stehen. Das tut unsereinem einfach gut! Für die Batterie ist es darüber hinaus lebensverlängernd, wenn sie keinen großen Temperaturschwankungen ausgesetzt wird. Die chemischen Reaktionen in ihrem Inneren sind auch von der Temperatur abhängig. Ab minus 10° Celsius werden Batterien etwa um 30 % träger. Hältst du mich und meine Batterie warm, dann starte ich wesentlich bereitwilliger als aus einer eiskalten Situation heraus.

Übrigens: In der ADAC-Pannenstatistik ist die häufigste Ursache für einen Notruf der gepeinigte Schrei des Autofahrers: „Mein Auto startet nicht!“ Es lohnt sich also, meine Batterie pfleglich zu behandeln. Wenn du möchtest, kannst du mir eine Art Eierwärmer besorgen: Es gibt Thermoüberzüge für Autobatterien. Muss ich auch nicht meiner Lackfarbe haben …