Technik

Hybrid vs. Elektroauto – was lohnt sich?

24. Januar 2020
Lesezeit: 3 Minuten

Inzwischen hat jeder mitbekommen, dass die Verbrennung von fossilen Kraftstoffen in einem Automotor die Umwelt belastet. Deshalb gibt es in Deutschland erste Fahrverbote für bestimmte, stark frequentierte Strecken. Wer keine lästigen Umwege fahren beziehungsweise etwas gegen den CO2-Ausstoß und den Lärm im Individualverkehr tun möchte, hat die Wahl zwischen Autos ausschließlich mit Elektromotor oder Hybridfahrzeugen. Um noch einmal klar festzuhalten, wovon wir hier sprechen, sollen die Begriffe zunächst genau definiert werden:

Ein Elektroauto verfügt ausschließlich über einen elektrischen Antrieb. Es gibt auch Elektroautos, die ihre Reichweite mit einem kleinen zusätzlichen Verbrennungsmotor vergrößern, weil dieser Motor ihre Batterie im Bedarfsfall (nach-)laden kann.

Ein Hybridfahrzeug kombiniert verschiedene Antriebsmethoden; es enthält einen Elektromotor plus Akku, aber darüber hinaus einen Verbrennungsmotor samt Tank für Benzin, Diesel bzw. Gas oder eine Brennstoffzelle. Für alle, die es ganz genau wissen wollen: In der EU ist ein Hybridfahrzeug definiert als ein Auto, das über mindestens zwei Antriebs- und zwei Energiespeichersysteme verfügt.

Bei den Hybridfahrzeugen wiederum unterscheidet man außerdem zwischen:

  • Mikro-Hybrid: Dieser Fahrzeugtyp besitzt keinen Elektromotor. Die „alternative Energiegewinnung“ erfolgt aus der Bremsenergiezurückgewinnung. Mikro-Hybride haben außerdem eine Start-Stopp-Automatik.
  • Mild-Hybrid: Das Auto besitzt einen Elektromotor und eine Batterie, die jedoch wenig leistungsstark arbeitet und das Fahrzeug nicht allein antreiben kann – hier greift der elektrische Antrieb lediglich unterstützend ein.
  • Voll-Hybrid: Der elektrische Antrieb und der Verbrennungsmotor sind etwa gleich stark. Deshalb ist ein „Entweder-oder-Betrieb“ möglich, solange die Batterie geladen ist.
  • Plugin-Hybrid: Das Laden eines Zusatz-Akkus an Ladesäule oder an der Steckdose ist hiermit möglich.

Wenn du dich fragst „Was lohnt sich aktuell mehr?“, möchte ich anmerken, dass „sich lohnen“ ein Begriff ist, der sich in mehrfacher Hinsicht auslegen lässt: Geht es dir um eine Verringerung der Emissionen, eine günstige Energiebilanz, den ökologischen Fußabdruck, den dein Fahrzeug hinterlässt oder schlicht und ergreifend ums liebe Geld pro zurückgelegten Kilometer bzw. bei den Anschaffungskosten?

Ich als Auto kann dir die Vor- und Nachteile von Hybrid- und Elektroautos erklären.

Was für bzw. gegen das Elektroauto spricht

Als Elektroauto besitze ich die beste Energiebilanz unter den Automobilen. Ein Elektrofahrzeug benötigt im Vergleich zu einem Hybrid bis zu 50 % weniger Energie. Studien zeigen, dass beim E-Auto-Betrieb bis zu 70 % weniger Treibhausgas, Stickoxide und Feinstaub entstehen als beim Hybrid. Wem es also um Emissionen geht, der sollte auf mich als E-Auto setzen.

Gegen meinen Kauf spricht der hohe Anschaffungspreis. Die Hersteller lassen sich Fahrzeuge wie mich – noch – teuer bezahlen. Die staatliche Förderung beim Kauf oder Leasing von maximal 4.000 € ist hier leider eher ein Trostpflaster.

Für meine Batterien gibt es, je nach Fahrzeugtyp und Hersteller, ein Mietsystem, das dafür sorgt, dass der Kunde lange und stetig seine Mobilität bezahlt. Ist die Batterie im Kaufpreis enthalten, gehört sie mitsamt den Risiken hinsichtlich Haltbarkeit und Ladekapazität nach Ablauf der Garantiezeit dir – und da kursieren einige weniger ermutigende Berichte im Netz, was die Standzeiten angeht. Ich will hier nicht einseitig Negativbeispiele nennen – informier dich besser selbst.

Auch zu bedenken: Mein Akku ist schwer – und muss transportiert werden. Das kostet mich Kraft bzw. Kraftstoff.

Was darüber hinaus gegen die Anschaffung von mir als E-Auto spricht, ist die noch unzureichende Infrastruktur hinsichtlich der Ladestationen. Wer Umwege fahren muss, um seinen Akku (schnell) zu laden, in wessen Wohnumgebung eine schlechte Infrastruktur bzgl. der Ladestationen herrscht, sollte sich die Anschaffung überlegen – laden über die Steckdose ist zwar möglich, dauert aber. Überdies kann es durch Überlastungen mit entsprechender Hitzeentwicklung von Schuko-Steckdosen durchaus zu Kabelbränden kommen. Außerdem ist die Reichweite der reinen Elektroautos begrenzt: 120 bis 200 km. Das E-Auto taugt also in erster Linie für den Stadtverkehr. Das alles gilt es auf der technischen Seite zu bedenken.

Leider ist auch die Ökobilanz meiner Batterie-Akkus lausig! Vor allem das verwendete Lithium für die Lithium-Ionen-Akkus, wird unter grausigen Arbeitsbedingungen und Inkaufnahme schlimmer Umweltschäden gewonnen. Du weißt Bescheid.

Was für bzw. gegen mich als Hybridfahrzeug spricht

Seit zehn Jahren werden Hybridfahrzeuge in Großserie gebaut – da liegen also inzwischen Unmengen an Erfahrungen vor und meine Kinderkrankheiten kann man als überwunden betrachten. Allein Toyota hat mehr als 2,2 Millionen Hybride verkauft. Sie sind teurer als herkömmliche Verbrenner, aber weniger verschleißanfällig als diese und deutlich erschwinglicher als E-Fahrzeuge. Mit Reichweitenverlängerung schaffe ich als serieller Hybrid bis zu 500 km rein elektrisch. Der Spritverbrauch liegt je nach Ausstattung zwischen 2,1 bis 3 Liter/100 km – das ist natürlich nicht so emissionsarm wie bei einem E-Auto, aber deutlich besser in der Gesamtbilanz als bei klassischen Verbrennungsmotoren. Der Mein Hybridantrieb ist selbst für Langstrecken geeignet. Natürlich benötigen auch Hybrid-Autos eine Batterie, genau wie E-Autos, aber meine ist weniger groß und schwer. Entsprechend belastet die Herstellung der Akkus die Umwelt etwas weniger als bei den Elektrofahrzeugen. Überzeug dich selbst, welche Variante dir besser gefällt.