Technik

Deine Wärmeinsel im Winter: die Standheizung

24. Januar 2020
Lesezeit: 3 Minuten

Spätestens, wenn du das erste Mal im Winter eine dicke Eisschicht von meinen Scheiben kratzen musst, denkst du gründlich darüber nach, ob eine Standheizung nicht eine gute Lösung für dich wäre. Bei einer Standheizung geht es nicht nur darum, dir das Kratzen zu ersparen, sondern insbesondere um deine bzw. unsere Sicherheit: Sind meine Scheibe frei und mein Innenleben schön warm, fährst du sicherer. Das ist erwiesen.

Du solltest wissen, dass es Wasserstandheizungen und Luftstandheizungen gibt. Wasserstandheizungen werden mehrheitlich in PKW eingebaut, während Luftstandheizungen eher etwas für Camper und LKW sind.

Wie funktioniert eine Wasserstandheizung?

Wenn eine Standheizung auf Wasserbasis läuft, erwärmt sie den Kühlwasserkreislauf deines Motors. Dabei wird der fahrzeugeigene Wärmetauscher genutzt. Die erzeugte Warmluft gelangt einerseits in den Motorblock, andererseits ins Wageninnere. Zur Energieversorgung der Standheizung wird dabei mein Sprit genutzt.

Heißer Tipp für kühlere Sommer

Was Viele nicht bedenken, ist die Tatsache, dass eine wasserbetriebene Standheizung im Sommer zur Kühlung genutzt werden kann: Der Fahrgastraum eines Autos wird durch Sonneneinstrahlung viel stärker erwärmt als der Motorbereich und somit auch der Kühlwasserkreislauf. Das liegt an meinen großen Scheiben rund um die Fahrgastzelle und dem dort wirkenden Treibhauseffekt. Aufgrund dieses Temperaturgefälles zwischen Innenraum und Motorraum kann ich den Wasserkreislauf zur Kühlung nutzen, bevor meine Klimaanlage den Job übernimmt.

Hier gelten übrigens ähnliche Regeln wie fürs Heizen: rechtzeitig die Standheizung anwerfen – auch wenn es komisch klingt – um im Innenraum die Temperatur zu senken. Denke immer daran: Wer am Steuer überhitzt oder bibbert, fährt weniger aufmerksam. Eine Standheizung ist also kein Luxus, sondern ein Sicherheitsplus.

Endlich reibungslos losfahren

Es ist wichtig, dass meine Standheizung den Innenraum und Motor erwärmt, denn ein kalter Motor enthält auch kalte Schmierstoffe, deren Film nicht so reibungslos funktioniert, wie das im warmen Zustand sein sollte. Ist mein Motor durch die Wasserstandheizung vorgewärmt, kannst du eine Menge Verschleiß umgehen, weil auch die Schmierstoffe entsprechend warm sind und optimal funktionieren. Eines der wichtigsten Argumente gegen die Standheizung, die mir immerhin meinen Sprit klaut, ist damit außer Kraft gesetzt. Natürlich kostet die Standheizung einerseits Kraftstoff, andererseits kann sie das Leben meines Motors nachhaltig verlängern; außerdem spart ein vorgeheizter Motor besonders im Anfangsbetrieb eine Menge Sprit. Der ADAC gibt zwar an, dass eine moderne Standheizung etwa einen halben Liter Sprit je Heizvorgang verbraucht, jedoch wird diese Spritmenge auch wieder eingespart, weil du meinem Motor einen Kaltstart ersparst.

DIY? Ich lasse so gern an mir schrauben

Ob du deine Standheizung selbst einbauen kannst? Nein! Das lässt du bitte einen Fachbetrieb machen. Die Kosten belaufen sich auf etwa 1.000 Euro. Es gibt Fahrzeugmodelle, die bereits einen sogenannten Zuheizer besitzen. Solche Zuheizer lassen sich auch für weniger als 1.000 Euro zu einer vollwertigen Standheizung umbauen.

Wie du meine Standheizung am besten bedienst

Eine Standheizung kannst du auf verschiedenen Wegen aktivieren. Da gibt es einmal den ganz klassischen Weg über eine Zeitschaltuhr. Oder du nutzt eine Funkfernbedienung mit einer Reichweite von bis zu 1000 m. Aber im Zeitalter von Apps und Smartphones ist es auch möglich, meine Standheizung mit dem Telefon einzuschalten. Du kannst also auf verschiedenen Wegen dafür sorgen, dass ich – dein Auto – exakt zu dem Zeitpunkt, an dem du einsteigst, warm bin. Der ADAC empfiehlt, dass du etwa eine halbe Stunde, bevor du mich benötigst, die Standheizung anwerfen solltest.

Grundsätzlich gilt die Faustregel, dass du deinen Wagen nicht länger vorheizen solltest, als du anschließend fährst. Das tust du übrigens meiner Batterie zuliebe. Die wird durch den Betrieb der Standheizung belastet und muss sich anschließend bei einer entsprechend langen Fahrt wieder aufladen, um nicht zu verschleißen.

Wichtig: Schmeiß die Heizung nicht überall an!

Du darfst nicht überall meine neu eingebaute Standheizung anwerfen. Tankstellen sind Orte mit einer erhöhten Brandgefahr und dort darf meine Standheizung deshalb nicht laufen. Das gilt für sämtliche Stellen, an denen eine erhöhte Brandgefahr ausgewiesen ist, also Garagen oder geschlossene Gebäude, in denen ich mich befinde.

Alles in Ordnung, ich lasse nur Dampf ab!

Woher die Qualmentwicklung kommt, wenn meine Standheizung läuft? Keine Sorge, mit mir ist alles in Ordnung! Die Qualmentwicklung deutet nicht auf einen Brand hin, sondern durch Ablagerungen im System, die sich erhitzen. Ich bin halt auch nicht immer picobello. Standheizungen sind mit Flammenwächtern und mit anderen technischen Einrichtungen ausgerüstet, die einen Brand zuverlässig verhindern. Außerdem kann es dazu kommen, dass bei Inbetriebnahme der Standheizung kurzzeitig Wasserdampf entsteht.

Die meisten Standheizungen überleben übrigens die Fahrzeuge, in denen sie eingebaut sind. Wenn du mich ersetzen musst und ein neues Auto bestellst, kannst du bei einigen Modellen Standheizungen ab Werk einbauen lassen. Ansonsten ist die Nachrüstung durch einen Fachbetrieb jederzeit möglich. Alternativen zur wasserbetriebenen Standheizung sind eine Art Tauchsieder-Modell für den Motorblock oder ein Heizlüfter; beide werden mit Strom aus der Steckdose betrieben (230V).