Ratgeber

Wie desinfiziere ich mein Auto richtig? – Tipps & Tricks

25. März 2020
Lesezeit: 3 Minuten

Ich vermute, dass sich deine Nackenhaare aufrichten, wenn ich mich zum Thema Desinfektion äußere. Ich weiß, die letzte Zeit war diesbezüglich strapaziös für die Nerven. Das Coronavirus tummelt sich überall. Aber denke einmal daran, wie oft du in mich – dein Auto – einsteigst, nachdem du mit deinen Händen irgendwelchen Kontakt draußen in der Welt voller Bakterien, Pilze und Viren hattest. Ich fürchte, wir müssen über meine gründliche Desinfektion sprechen.

Häufig den Partner zu wechseln, hat seine Risiken

Wenn du deinen automobilen Partner häufiger einmal wechselst, bringt das bestimmte Risiken mit sich. Nicht nur, dass es lästig ist, jedes Mal Spiegel und Sitz neu einzustellen, wenn du nicht eine der Nobelkarossen bewegst, die das automatisch tun. Es ist auch praktisch unmöglich, ein Auto auch nur scharf anzusehen, ohne dass unsereiner Schmutz annimmt. Jedenfalls hinterlässt jeder einzelne Benutzer in mir eine Menge sichtbare und – besonders pikant – unsichtbare Spuren. Das gilt vor allem für Leihwagen und Dienstwagen, die von unterschiedlichen Personenkreisen genutzt werden oder beim Carsharing. Taxifahrer können auch ein Lied davon singen, was ihnen ihre Fahrgäste alles einschleppen. Und wer weiß, wen du alles mitfahren lässt, weil du freundlich bist? Freunde? Die Kinder von nebenan? Du kannst einfach nicht sicher sein, ob nicht der letzte Benutzer oder Fahrgast heimlich schwungvoll quer übers Armaturenbrett und / oder Lenkrad geniest oder gehustet hat. Aber genau darauf kommt es im Moment an bzw. darauf, die Folgen eines solch infektiösen Geschehens zu stoppen.

Wie du mich clean bekommst

Die Frage ist bei einer Desinfektion nicht nur die, wie du Viren und Bakterien tötest, sondern auch die, wie du meine empfindlichen Oberflächen schonst. Wenn du einfach überall Desinfektionsmittel hinsprühst, können Kunststoffe im Bereich des Armaturenbretts und der Türverkleidungen beschädigt werden. Und das wollen wir doch beide nicht, oder?

Es sollte reichen, wenn du eine milde Seifenlauge auf Spülmittelbasis ansetzt. Solch eine Seifenlauge ist basisch. Hast du in Chemie aufgepasst? Falls ja, dann weißt du, dass eine Seifenlauge einen pH-Wert besitzt, der über 7 liegt. Basische Lösungen zerstören Viren, genau wie beim Händewaschen. Deshalb machen das gerade alle verantwortungsbewussten Menschen ständig. Außerdem entfernen Seifenlösungen das, was man gemeinhin Dreck nennt, also Staub, Fettablagerungen, Haare, Hautschuppen und was sich sonst noch an appetitlichen Einzelteilen von Menschen in einem Auto wie mir tummeln mag. Sieh zu, dass du eine ausreichende Menge Spülmittel in Wasser auflöst. Am besten löst sich das Spülmittel übrigens in warmem Wasser. Warmes Wasser wiederum hilft durch seine hohe Temperatur besonders gut, Fettablagerungen aufzuweichen.

Keine Kurzschlusshandlung bitte!

Während du mit deinem Seifenlappen mein Inneres zärtlich abreibst, denkst du bitte daran, dass Wasser die unangenehme Eigenschaft hat, in Schaltkreise einzudringen, beispielsweise an Knöpfen und Hebeln, die über elektrischen Schaltungen liegen. Also tränke den Lappen, den du benutzt, nicht triefend nass! Sonst hast du bald außer einem Virenproblem noch damit zu kämpfen, dass du auf mich verzichten musst, weil ich mir den ein oder anderen Kurzschluss eingefangen habe. Mache den Lappen bei deiner Putzaktion feucht, wringe ihn außerhalb meines Innenraumes (!) gut aus, und wasche mich nebelfeucht damit ab. Je häufiger du den Lappen in der Schüssel ausspülst, umso besser die Reinigungswirkung. Und sieh bitte zu, dass du keine winzige Schüssel mit nur wenig Wasser verwendest!

Leder ist wie deine Haut: Empfindlich!

Falls du dir für mein Inneres Ledersitze gegönnt hast, denk bitte daran, dass darauf leicht Wasserflecken entstehen können. Also tropf hier nicht mit der Seifenlösung herum. Sollte es doch geschehen, tupf bitte sofort die Flecken trocken. Für Ledersitze und auch für Textilpolster solltest du uns jeweils einen Spezialreiniger gönnen.

Nix vergessen!

Die gute Nachricht für Kleinwagenbesitzer lautet: Ein kleines Auto ist schneller geputzt. Das gilt nicht nur, weil buchstäblich weniger Fläche gereinigt werden muss, sondern auch, weil weniger Einzelteile in Armaturenbrett oder in den Türverkleidungen verarbeitet sind.

Wenn du mich wirklich gründlich desinfizieren willst, dann denkst du bitte auch daran, den Tankdeckel und die Griffe an den Türen bzw. an der Kofferraumklappe zu reinigen. Wo häufig angefasst wird, siedeln sich Organismen an, die du dort nicht haben willst. Und ich will sie da auch nicht …

Momentan solltest du stets eine Flasche Desinfektionsmittel im Auto bereithalten und jedes Mal, bevor du dich ans Steuer setzt, kurz deine Hände einsprühen, um nicht mehr Keime in meinem Inneren zu verbreiten als unbedingt nötig. Beim Gerangel um Desinfektionsmittel zuletzt nicht erfolgreich gewesen? Als guter Hamster hast du bestimmt eine alte Sprühflasche im Keller. Füll die mit einer nicht zu dünnen Seifenlösung auf. Die kannst du im Notfall auch zur Handreinigung unterwegs verwenden. Handtuch nicht vergessen und auch nicht, das Handtuch zu waschen.

 

Zuletzt noch der Hinweis: Die Desinfektion der Klimaanlage ist ein Job für Fachleute.