Ratgeber

Damit ich dich nicht kalt lasse: Tipps gegen Frost im Winter

27. Januar 2020
Lesezeit: 4 Minuten

Eine sichere Autofahrt bei Frost mit mir – deinem Auto – beginnt lange, bevor du losfährst. Stell dir vor, du planst eine bestimmte Fahrzeit ein, trittst vor das Haus und musst feststellen, dass die nächste Viertelstunde damit vergeht, meine Autoscheiben von Eis zu reinigen. Wenn du dich dann endlich mit eiskalten Fingern hinter das Steuer klemmst, stehst du schon unter Strom, weil du in Zeitnot geraten bist.

Wer es eilig hat, macht erfahrungsgemäß Fehler. Mag sein, du überschreitest mit mir die Höchstgeschwindigkeit und tappst in eine Radarfalle. Schlimmstenfalls werden wir zwei in einen Unfall verwickelt, den du sogar verantworten musst, nur weil du es eilig hattest. Also denk daran, dass du im Winter möglichst vor Antritt deiner Fahrt einmal einen Blick in den Wetterbericht wirfst und darüber nachdenkst, dass es möglicherweise auf dem Auto kälter ist als der Wetterdienst als Durchschnittstemperatur angegeben hat. Dann gestaltest du deine Abfahrtszeit und deine Terminplanung entsprechend, sodass wir nicht durch eine verspätete Startzeit unter Druck geraten!

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Welche Alltagshelfer sind bei Frost sinnvoll?

Als dein erfahrener Begleiter kann ich dir etwas ans Herz legen: Enteise meine Scheiben nicht mit heißem Wasser – brrr! Wenn du Pech hast, vereisen meine Scheiben dadurch nur noch mehr. Du kannst es uns da mit entsprechenden Enteisungssprays etwas leichter machen. Auch wenn du hin und wieder meine Frontscheibe vergebens mit einer Frostschutzfolie abdeckst, nutze sie! Kauf das Ding groß genug, sodass du es seitlich bequem in den Türen einklemmen kannst, dann wird es auch nicht geklaut. Und denk bitte daran: Verlege die Folie über meinen Scheibenwischern, sonst musst du die vor Fahrtantritt erst mühsam loseisen. 

 

Ich bin immer wieder entsetzt, wie viel Autofahrer riskieren, wenn sie nur ein winziges Guckloch auf ihrer Scheibe freikratzen. Sei nicht so ein Idiot! Mach das gründlich – uns zuliebe und aus Verantwortungsbewusstsein gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern. 

Auf die Länge kommt es an!

Meine Verwandten – die großen SUVs – haben den Nachteil, dass es nicht immer leicht ist, die Frontscheibe komplett von Eis zu befreien. Sie ist einfach zu breit, wenn man nicht gerade 1,80 m oder größer ist. Denk bitte daran, dass du als höheres Säugetier dazu befähigt bist, angemessene Werkzeuge zu benutzen: Kauf dir gefälligst einen Eiskratzer mit Stiel, wenn deine Arme nicht lang genug sind, alle Scheiben deines Autos komplett von Eis zu reinigen.

 

Zu deiner Winterausstattung gehört zudem ein Türschlossenteiser, damit der Frost dich nicht aus deinem Auto aussperrt. Denk bitte daran, dass dir der nichts nützt, wenn er im Auto liegt. Türschlossenteiser gibt es flüssig oder in Form eines batteriebetriebenen Heizstiftes, den man ins Türschloss einführt, um es aufzutauen.

Wer sich für besonders schlau hält und den Fahrzeugschlüssel mit dem Feuerzeug erhitzt, wird womöglich den Chip zur Startfreigabe zerstören und hat auf einmal ganz viel Zeit. Außerdem solltest du vor der Wintersaison die Dichtungen an den Türen mit einem entsprechenden Talgpflegeprodukt für Gummilippen behandeln. So vermeidest du, dass die Türen zufrieren. Vorsicht: Niemals eingefrorene Schlösser mit Gewalt öffnen oder zugefrorene Türdichtungen gewaltsam aufreißen! Das endet im schlimmsten Fall für uns beide schlecht mein Freund.

 

Du solltest meinen Motor übrigens nicht warmlaufen lassen, denn das frisst viel Energie, verpestet unnütz die Luft. Außerdem ist das verboten und es drohen dir Geldstrafen, wenn du erwischt wirst. Moderne Motoren müssen nicht erst warmlaufen, die sind auch bei einem absoluten Kaltstart sofort voll da.

 

Du solltest den Verbrauch an Energie im Winter – vor allen Dingen auf Kurzstrecken – in mir reduzieren, um meine Batterie zu schonen. Am besten checkst du meine Batterie vor der Winterzeit, um nicht plötzlich ohne Zündfunken dazustehen, wenn sie schwächelt.

Immer schön geschmeidig bleiben!

Ganz wichtig: Du musst bei tiefen Temperaturen den richtigen Winterdiesel tanken! Winterdiesel ist so konzipiert, dass er keine Ausflockungen produziert, wenn die Temperaturen unter minus 15° Celsius fallen. Der normale Diesel hingegen ändert jahreszeitbedingt seine Zusammensetzung, auch wenn es gesetzlich geregelt ist, wann und wie sich der Kraftstoff zu verändern hat. Wenn es jedoch arg kalt wird, reicht gängiger Diesel eben nicht mehr aus. Wenn du mich nicht die ganze Zeit auf Winterdiesel fahren willst, kannst du ja wenigstens einen Kanister mit dem arschkalt-geeigneten Treibstoff bereithalten, der dich im Falle eines Temperatursturzes zur nächsten Tankstelle bringt.

 

Wenn du mir keinen Garagenstellplatz an deinem Wohnort anbieten kannst, es oft friert und du regelmäßig morgens mit deinem vereisten Fahrzeug kämpfen musst: Überlege dir, ob der Einbau einer Standheizung nicht eine Option ist. Lass dich beraten.

Achtung: Auch du wirst bei Kälte träger!

Zuletzt, aber nicht unwichtig: Denk bitte daran, dass du, wenn du in ein kaltes Auto steigst, nicht so reaktionsschnell bist wie sonst. Deine Reaktionsgeschwindigkeit ist besonders gering, wenn du morgens unterwegs bist und dein Kreislauf noch auf “Ruhen“ eingestellt läuft. Mach ein paar Kniebeugen, um in Schwung zu kommen, bevor du einsteigst. Ist ja dunkel im Winter, da sieht dich niemand. Eine dicke Jacke, die dir über die ersten kalten Kilometer hinweghelfen mag, solltest du bald ablegen, denn sie beeinträchtigt die Schutzwirkung des Sicherheitsgurtes.