Ratgeber

Reifenwechsel – Neue Schuhe für deinen Flitzer

28. Oktober 2020
Lesezeit: 3 Minuten

Sicherlich nervt es Dich, dass Du pro Jahr zweimal meine Reifen wechseln musst. Allerdings kommst Du da leider nicht drumherum. Denn seit dem 4. Dezember 2010 gilt in Deutschland eine Winterreifenpflicht bei winterlichen Straßenverhältnissen. Das heißt: Wenn Du mit Schneematsch, Glatteis und Eis auf der Straße rechnen musst, musst Du Winterreifen aufziehen. Das dient deiner und meiner Sicherheit. Und auch ich freue mich ab und an mal über ein neues Paar Schuhe.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Reifenwechsel?

Auf den ersten Blick erscheinen dir Ganzjahresreifen vielleicht eine gute Alternative im Gegensatz zu zwei ordnungsgemäßen Reifensätzen zu sein. Hierbei handelt es sich im Grunde um Winterreifen, die auch im Sommer gefahren werden können. Jetzt kommt allerdings ein großes „Aber“: Ganzjahresreifen sind von ihrer Beschaffenheit her ein Kompromiss. Sie haben also nicht die optimalen Eigenschaften, die in der kalten und der warmen Jahreszeit gefragt sind. Denn die Gummimischung, die für Winterreifen verwendet wird, ist weicher als die der Sommerreifen. Und dieser Umstand verlängert leider meist auf einer trockenen Fahrbahn auch den Bremsweg. Also solltest Du am besten nach der alten Volksweisheit „von Oktober bis Ostern“ handeln. Dies ist allerdings nur eine grobe Richtlinie. Denn oftmals kann es auch im Frühling noch zu überraschenden Kälteeinbrüchen kommen. Und wenn ich dann nicht die passenden Schuhe anhabe, kann es böse enden. Ob bereits vor Oktober oder noch nach Ostern mit empfindlicher Kälte zu rechnen ist, hängt zudem auch davon ab in welcher Region wir leben. Keinesfalls solltest Du die Sommerreifen allerdings zu früh aufziehen. Der optimale Zeitpunkt ist dann gegeben, wenn es nachts nicht mehr friert und die Temperaturen dauerhaft auf sieben bis zehn Grad geklettert sind.

Die Reifen selbst wechseln – So einfach geht’s

Für den Reifenwechsel musst Du mich übrigens nicht unbedingt in eine Werkstatt bringen. Du kannst den Wechsel ganz einfach bei dir in der Garage vornehmen. Hierfür benötigst Du lediglich:

– einen Wagenheber
– einen Drehmoment-Schlüssel
– ein Radkreuz
– Idealerweise einen hydraulischen Rangierwagenheber

Ist alles vorhanden, so geht der Reifenwechsel kinderleicht. Du musst nur noch die Handbremse anziehen und den ersten Gang einlegen, bevor Du loslegst. Als erstes setzt Du das Radkreuz an die Radmuttern an und drehst es linksherum. Damit löst Du die Muttern. Meist reicht aber eine halbe Umdrehung völlig aus, um die Radmuttern vorzulösen. Sobald die Muttern gelockert sind, setzt Du den Wagenheber an. An welchen Punkten Du das tun solltest, erfährst Du aus der Betriebsanleitung. Nun bockst Du den Wagen auf und löst die Muttern komplett. Sei dabei aber ein wenig vorsichtig, weil es durchaus sein kann, dass dir das gelockerte Rad entgegenfällt. Sobald Du die Muttern komplett gelockert hast, ziehst Du den Reifen von der Nabe des Rades ab und legst den neuen Reifen an. Dann befestigst Du die Radmuttern und ziehst sie zur Fixierung des Reifens ein wenig fest. Erst dann lässt Du mich wieder nach unten und ziehst die Muttern anschließend mithilfe des Drehmoment-Schlüssels fest. Sobald Du die Reifen komplett gewechselt hast, solltest Du anschließend zur nächsten Tankstelle fahren. Denn dort kannst Du den Reifendruck kostenlos prüfen. Schließlich ist der richtige Reifendruck ebenso wichtig, wie die richtige Bereifung. Nur so kann ich Dich sicher an dein Ziel bringen.

Der Reifenwechsel in der Werkstatt

Auch wenn Du die Reifen problemlos selbst wechseln kannst, lohnt es sich unter Umständen für den Reifenwechsel eine Werkstatt aufzusuchen. Bei großen Werkstattketten brauchst Du dafür nämlich nicht einmal einen Termin. Hier kannst Du meine Schuhe auch ganz spontan wechseln lassen. Der Reifenwechsel in einer Fachwerkstatt bietet dir zudem auch ein erhebliches Plus an Sicherheit. Denn hier werden die Reifenpositionen fachkundig festgelegt, was Du in deiner Garage oder in der heimischen Werkstatt eben nicht schnell und frei von der Leber weg machen kannst. Darüber hinaus wird in der Werkstatt auch gleich der Reifendruck überprüft, was zu Hause ebenfalls in der Regel schwierig ist. Zusätzlich messen die Mitarbeiter in der Werkstatt auch gleich die Profiltiefe und sagen dir, ob Du vielleicht nicht doch neue Schuhe kaufen solltest. Ein gutes Reifenprofil trägt nämlich ebenso zur Sicherheit während der Fahrt bei, wie eine der Jahreszeit angemessene Bereifung.