Dienstag, der 22. Oktober 2019
Ratgeber

So gewöhnst du deinen Hund ans Autofahren

24. September 2019
Lesezeit: 3 Minuten

Hallo mein Freund, wie ich höre, hast du dir einen Hund zugelegt? Prima. Nur, deinen Bello musst du auch an mich – dein Auto – gewöhnen. Bei manchen Hunden ist das recht einfach, bei anderen hingegen schwierig. Einige haben regelrecht Angst vor mir. Keine Ahnung, warum. Immerhin: Du kannst etwas dagegen tun. Du musst deinem neuen Kumpel zeigen, das ich ebenfalls ein Buddy bin.

Warum du Bello früh ans Auto gewöhnen solltest

Wichtigste Regel: Fange damit so früh wie möglich an. Am besten schon in den ersten drei Lebensmonaten. Denn Hunde sind im Grunde nicht anders als ihr Menschen. Im hohen Alter tut ihr euch auch schwer, noch etwas neues wie eine Fremdsprache zu lernen. Kinder haben es da leichter. Ebenso Welpen. Daher ist es sogar am besten, wenn bereits der Züchter die Welpen ans Autofahren gewöhnt. Und zwar mit fünf, sechs Wochen. Die ersten „Spazierfahrten“ finden dann bereits mit der Hundemama statt.

Wie Hunde beim ersten Autofahren reagieren

Ansonsten ist das erste Mal Autofahren für Bello kein schönes Erlebnis. Da kommen plötzlich wildfremde Leute, die ihn von seiner Familie und aus seiner vertrauten Umgebung reißen. Dann geht es in ein brummendes Ungetüm, dass wie wild durch die Gegend brettert. Die meisten Hunde sind in dem Moment extrem gestresst und haben schlicht Angst. Folge: Bello übergibt sich oder pieselt auf meine Polster. Schön ist das nicht. Für mich nicht und für dich nicht. Du musst nämlich die Sauerei wieder wegmachen. Deinem Wauzi kannst du trotzdem nicht böse sein. Das wimmernde Fellknäuel hat einfach panische Angst.

Zumal diese erste (unschöne) Fahrt weitreichende Folgen haben kann. Denn manche Hunde vergessen dieses erste, für sie erschreckende Erlebnis nie. Jede weitere Autofahrt wird so zu einem weiteren Horrortrip. Nicht schön für Bello, nicht schön für dich, nicht schön für mich. Von daher solltest du deinen neuen Kumpel eben wie gesagt so früh wie möglich an mich gewöhnen.

Wie du deinen Hund ans Autofahren gewöhnen kannst

Wobei das sogar recht einfach sein kann. Zum einen musst du Bello zeigen, dass ich keine Gefahr für ihn bin. Zum zweiten, das Autofahren durchaus Spaß machen kann – auch Bello. Der Trick: Führe den Flohteppich ganz langsam an mich heran, quasi Schritt für Schritt. Beim ersten Mal müssen wir noch nicht mal eine Runde drehen. Setze Pfiffi nur in meinen Kofferraum oder auf meine Rückbank. Lass’ ihn schnuppern und die neue Umgebung kennenlernen, wie das Hunde nun mal so machen.

Ist der Hund schön größer oder gar auswachsen, locke ihn mit einem Leckerli. Hunde sind wunderbar bestechlich, das kannst du für dich nutzen. Hat sich Bello getraut, bei mir einzusteigen, lobe ihn. Am besten auch wieder mit einem Leckerli. Wichtig: Will er raus, lass’ ihn raus. Zwinge den Hund nicht, im Auto zu bleiben. Möglich, dass er einfach eine kleine Eingewöhnungszeit braucht. Gib’ ihm diese, wenn wir Kumpels werden sollen. Du wirst sehen, früher oder später merkt er, dass ich keine Gefahr bin. Er also keine Angst vor mir zu haben braucht.

Warum auch Bellos Ohren wichtig sind

Nach ein paar „Kaltfahrten“ – also ohne wirklich zu fahren -, kannst du mal meinen Motor starten. So gewöhnt sich dein Pfiffi an die Geräusche meiner Maschine. Du weißt ja, Hunde sind sehr akustisch fixiert. Also musst du ihm auch beibringen, dass mein laufender Motor keine Gefahr ist.

Wobei du Bello wieder recht einfach austricksen kannst. Indem du ihm seine gewohnte Umgebung vortäuscht. Lege einfach seine Decke oder sein Körbchen in meinen Kofferraum oder auf meine Rückbank. So fühlt er sich beim Fahrer gleich viel sicherer und macht entsprechend weniger Ärger. Eine Transportbox ist ebenfalls eine gute Idee. Weil Hunde diese nicht als Gefängnis sehen, sondern eher als eine Art Höhle, die Schutz bietet.

Hat sich der Flohteppich an mich gewöhnt, kannst du erste Fahrten unternehmen. Aber bitte nur kurze. Einfach mal kurz um die Ecke oder eine Runde um den Block, das reicht für das Erste. Lass’ Pfiffi aus dem Auto und belohne ihn. Sei es mit einem Leckerli, einem Spiel oder einem Spaziergang. Apropos: Wenn die Autofahrt in den Wald auf eine ausgiebige Schnüffeltour geht, verbindet dein Hund Autofahren schnell mit Spaß. Und hat weder Angst noch Stress.

Viel Spaß euch zwei.