Dienstag, der 22. Oktober 2019
Ratgeber

Geräusche im Auto deuten – was bedeuten sie wirklich?

24. September 2019
Lesezeit: 3 Minuten

Hast du etwa keine Ahnung, dass zu einer vernünftigen Beziehungspflege auch Kommunikation gehört? Hör doch mal genau hin! Ich, dein Auto, rede mit dir und ich kann dir versichern, es macht keinen Spaß, immer ins Leere zu quatschen. Also hör gefälligst zu, wenn ich etwas zu sagen habe!

Hör mir zu, damit es nicht kracht!

Dann darfst du dich auch nicht wundern, wenn es in unserer Beziehung irgendwann kracht. Mit Krachen meine ich einen richtigen Unfall, es kann aber auch sein, dass der Motor zusammenbricht oder irgendein anderes wichtiges System, sodass du einfach auf offener Strecke liegen bleibst. Hoffen wir für uns beide, dass das nicht gerade in einer Autobahnbaustelle stattfindet. Genau deshalb empfehle ich dir: Hör auf mich!

Damit du mich wahrnehmen kannst, solltest du ein paar einfache Grundregeln beachten:

  • Ich kann verstehen, dass du deine Lieblingslieder laut hören möchtest, aber dir sollte dann klar sein, dass du irgendein warnendes Geräusch mit der Musik übertönst. Ich empfehle: Lautstärke deines Soundsystems runterdrehen oder wenigstens nicht allzu lange laut Musik hören.
  • Wenn du Ladung im Auto so verteilt hast, das alles knirscht und scheppert, kann ich mich anstrengen, wie ich will: Du wirst es nicht mitbekommen, wenn ich warnende Geräusche ausstoße. Ich empfehle: Vor Antritt jeder Fahrt die Ladung vernünftig sichern! [Es ist übrigens auch gar nicht so witzig, wenn dir plötzlich bei einem heftigen Bremsvorgang der Feuerlöscher um die Ohren fliegt. Ladungssicherung ist nicht nur aus dem Aspekt der Geräuschdämpfung eine wichtige Sache!]
  • Solltest du auf einer unebenen Strecke unterwegs sein, werden die rumpelnden Geräusche beim Fahren warnende Töne, die ich hervorbringe, ebenfalls überdecken. Da kann ich nur empfehlen: Nicht zu lange auf unebener Strecke bleiben und sehr aufmerksam lauschen, ob die Belastungen einer solchen Off-Road-Tour für mich vielleicht zu groß sind und ob irgendwo im Auto ein leises Jammern oder Stöhnen ertönt, das auf einen Schaden hinweisen könnte. Falls du solch ein Geräusch vernimmst: Ab auf eine gut asphaltierte Straße, die es dir leichter macht, ohne Hintergrundgeräusche sensibel zuzuhören und nichts zu verpassen! Außerdem kann es helfen, wenn du mein Seitenfenster öffnest, um von außen einen besseren Eindruck hinsichtlich meiner Fahrgeräusche zu bekommen.

Werde ein Auto-Versteher: Hör genau hin!

Schleifgeräusche

Schleifgeräusche: Keine Panik, bei vielen Schleifgeräuschen handelt es sich um ein leichtes Problem mit der Bremse, dass dadurch zustande gekommen ist, dass ich länger nicht bewegt worden bin. So ein Störgeräusch sollte nach einigen Kilometern wieder verschwunden sein, und zwar, nachdem du mehrmals meine Bremse betätigt hast. Bleibt jedoch das Geräusch länger bestehen, ist es höchste Zeit, meine Bremsbeläge und meine Bremsscheiben zu überprüfen. Denk daran, deinen gebrochenen Arm versorgst du auch nicht selbst, sondern lässt einen Fachmann ran, weil deine eigenen Fähigkeiten nicht ausreichen. Meine Bremsen sind für dein Leben wirklich extrem wichtig, also überschätze hier deine Fähigkeiten, was die Diagnose angeht, bloß nicht!

Brummen oder Dröhnen

Wenn du dich mit mir in die Kurve legst und ich reagiere mit einem Mahlen, Brummen oder Dröhnen, ist Vorsicht geboten! Damit möchte ich dir wahrscheinlich mitteilen, dass ich ein Problem in einem meiner Radlager spüre. Weil ein Radlager sich verkannten kann, musst du dann sehr schnell reagieren. Am besten einen Pannendienst anrufen.

Quietschen

Quietschen: Es quietscht beispielsweise gern, wenn ein Keilriemen zu schlaff sitzt oder wenn die Lichtmaschine einen Defekt hat. In beiden Fällen ist es notwendig, dass du mich sofort zum Arzt beziehungsweise in einer Werkstatt bringst. Die Folgeschäden, wenn du mit einem gerissenen Keilriemen oder einer defekten Lichtmaschine herumkutschierst, sind teuer.

Geräusche aus dem Bereich des Motors: Ab in die Werkstatt! Der Motor ist mein Herz.

Knacken, Röhren oder Klappern

Knacken: Zusammen mit schwammigem Fahrverhalten ein sicheres Zeichen für einen Defekt in einer Feder beziehungsweise in einem Stoßdämpfer. Ich muss in die Werkstatt.

  • Röhren: Wenn ich klinge wie ein Ferrari, obwohl ich keiner bin, ist es Zeit, meine Auspuffanlage checken zu lassen.
  • Klappern und Klopfen können eine harmlose Ursache haben, aber grundsätzlich gilt:  Lass das den Fachmann beurteilen, wenn du es nicht kannst.

Die Geräusch-Diagnose beim Auto ist etwas für aufmerksame Zuhörer

Wenn ich Geräusche mache, wirst du die meistens diagonal wahrnehmen, das heißt: Es knirscht links, aber der Schaden befindet sich auf meiner rechten Seite und umgekehrt.

Leider ist es so, dass viele Autofahrer nicht wirklich auf ihre Fahrzeuge hören und versuchen, ungewohnte Geräusche einfach auszublenden. Lass das! Wann immer uns Autos etwas Ernsthaftes fehlt und wir weisen mit Tönen darauf hin, kannst du davon ausgehen, dass die Sache zum einen schlimmer, vor allem aber teurer wird, wenn du sie verschleppst. Ein Auto ist ja schließlich auch nur ein Mensch!