Ratgeber

Wie rutschst du am liebsten durch den Schnee? – Front und Heckantrieb im Winter

24. Januar 2020
Lesezeit: 3 Minuten

Als dein Auto habe ich es im Winter nicht immer leicht. Ob und wie gut ich mit der Jahreszeit klar komme, hängt von meinem Antrieb ab. Es gibt vier Möglichkeiten, wie ich mich fortbewegen kann: 

  • In einem Fall habe ich die Kraft hinten: Hier treibt mich der Heckantrieb an. Über die Hinterachse kommt dabei die Kraftübertragung auf die Räder. 
  • Im anderen Fall befindet sich mein Antrieb an der Vorderachse und ich ziehe mich über den Asphalt. Das nennt sich Vorderradantrieb
  • Außerdem gibt es noch den Allradantrieb – das Sahnehäubchen auf der Torte. Der unterscheidet sich nochmal in permanenten und zuschaltbaren Allradantrieb. Bei ersterem wird die Kraft auf all meine Räder übertragen. Beim zuschaltbaren Betrieb hast du die Wahl, ob du den Antrieb über zwei oder vier Räder einschalten möchtest und kannst dich nach den Gegebenheiten bzw. den aktuellen Fahrbahnverhältnissen richten.

Ob ich gezogen oder geschoben werde, hat immer Effekte auf die Fahreigenschaften. Im Winter und auf einer eventuell rutschigen Fahrbahn sind diese Einflüsse besonders stark. Es gibt Argumente, die für einen Frontantrieb im Winter sprechen, aber auch solche, die einen Heckantrieb als günstiger erscheinen lassen. Es kommt immer darauf an, wo und wie ich mich bewegen soll, ob beladen oder unbeladen und wie rutschig die Straßen tatsächlich sind. Ich gebe dir einen kurzen Überblick über die Vor- und Nachteile der jeweiligen Antriebsarten.

Der mit Heckantrieb ist im Winter im Rückstand

Meistens werden meine größeren Brüder mit Heckantrieb ausgestattet. Die Straßenlage ist dann in der Regel etwas günstiger als bei einem frontgetriebenen Auto. Wird die Straße glatt, kann – vor allem bei unangepasster Fahrweise – das Heck wegrutschen, wenn die Kraftübertragung auf die Hinterachse erfolgt. Es bricht rechts und links gegebenenfalls aus. Das kann für mich bei Fahrten bergab schwierig werden oder wenn ich in eine Kurve gehen muss. Bremsvorgänge sowie Beschleunigungsvorgänge müssen den Heckantrieb bei glatter Fahrbahn berücksichtigen.

Das Anfahren auf einer Erhöhung oder an einem Berg ist manchmal auch problematisch: Wenn meine Reifen erst einmal anfangen durchzudrehen und die Stelle, von der ich mich wegbewegen will, regelrecht polieren, musst du vielleicht auf eine Anfahrhilfe zurückgreifen, damit wir zwei von der Stelle kommen. In diesem Zusammenhang kann ich dir nur den Tipp geben, immer einen kleinen Beutel voll mit Sand im Auto mitzuführen, wenn es in die kalte Jahreszeit geht. Der kann als Anfahrhilfe wirklich Wunder wirken, denn du wirst nicht immer jemanden zum Schieben in der Nähe haben. Wenn alle Stricke reißen, kannst du auch versuchen, die nötige Bodenhaftung zu erreichen, in dem du eine Fußmatte unterlegst. Vergiss die bloß nicht, wenn du die kritische Stelle gemeistert hast!

Ein Heckantrieb kann allerdings bei winterglatter Straße auch von Vorteil sein, vor allen Dingen, falls du eine längere Steigung mit mir nehmen musst. Wenn ich einen Anhänger ziehe und viel Last auf der Hinterachse ruht, bekommen meine Reifen dadurch mehr Grip. Allerdings kannst du auch eine Hecklast oder einen Anhänger durch ein gezielt beladenes Heck simulieren: Dazu musst du einfach ein paar schwere Gegenstände in deinem Kofferraum verstauen. 

Mit Frontantrieb sicher durch den Winter – oder?

Meine anderen Geschwister der Klein- und Mittelklasse werden meist mit einem Frontantrieb verbaut. Auch hiermit kann es sich schwierig gestalten, auf glatter Fahrbahn loszufahren. Beim Anfahren drehen meine Räder zunächst durch und rutschen weg – das kostet uns beide Nerven. Das geschieht, weil ich einfach nicht genug Gewicht auf der Vorderachse habe, vor allen Dingen, wenn in meinem Kofferraum etwas Schweres liegt. Durch den Ballast im Heck wird mein Vorderteil regelrecht angehoben. Deshalb solltest du bei einem Auto mit Frontantrieb rechtzeitig die Winterreifen aufziehen, damit wir zwei bei Glätte die größtmögliche Bodenhaftung bekommen. Und falls du in den Bergen wohnst, solltest du bitte immer Schneeketten dabei haben, um bei jeder Wetterlage auf der sicheren Seite zu sein. Falls es doch einmal mit dem Anfahren nicht klappen will: Lass jemanden kurz auf meiner Motorhaube Platz nehmen. Das hilft.

Denk bitte daran: Ich kann über die Vorderachse beim Lenken wegrutschen, wenn bzw. weil beim Frontantrieb nicht genug Gewicht darauf liegt. Das kann die Fahrt bei unangepasster Fahrweise gefährlich machen. Bei der Bremsstabilität musst du vor allen Dingen in Kurven mit Gefälle nach unten die besonderen Eigenschaften eines Frontantriebs berücksichtigen, wenn es glatt ist. Ansonsten hat es natürlich seine Vorteile, dass dir der Frontantrieb eine relativ hohe Fahrstabilität beim Beschleunigen bietet, auch dann, wenn die Fahrbahn rutschig ist, weil ich – dein Auto – hinter der Vorderachse praktisch hergezogen wird.

Mit Allradantrieb unbesorgt durch den Winter

Wenn du da wohnst, wo Schnee und Winterwetter zur Tagesordnung gehören, solltest du dir vielleicht einen Allradantrieb gönnen. Sofern du ihn zuschalten kannst und er im Sommer ausgeschaltet bleibt, ist nicht einmal mein etwas höherer Spritverbrauch ein Argument dagegen. Da zählen nur die Argumente für eine höhere Fahrstabilität und Sicherheit, vor allen Dingen in glatten Kurven. Je nach Wohnlage ist es wirklich wichtig, sich auch an Steigungen stets auf eine gute Traktion verlassen zu können – permanent oder zuschaltbar, ganz wie du möchtest.