Ratgeber

Sicher in die Ferien: So packst du dein Familienauto richtig

21. Juni 2019
Lesezeit: 3 Minuten

Mahlzeit mein Freund, ich bin dein Familienauto. Ich weiß, ich muss mich nicht vorstellen – du fährst mich ja. Und das freut mich. Ehrlich. Aber weißt du, wenn es auf Tour oder gar in den Urlaub geht, solltest du mich besser behandeln. Beziehungsweise besser packen. Warum du das tun solltest? Dafür gibt es gleich mehrere Gründe.

Erstens erhältst du dir mit dem richtigen Packen eine gute Rundumsicht. Zweitens geht es um deine Sicherheit. Sowie die deiner Familie. Drittens kann dich eine Kontrolle teuer zu stehen kommen. Denn speziell in Deutschland gibt es – oh Überraschung – ganz konkrete Vorgaben zum Beladen eines PKW. Verstößt du gegen diese, kostet dich das ein Verwarngeld zwischen 35 bis 60 Euro. Also Obacht.

So geht packen: Was gehört in den Kofferraum?

Doch wie packst du mich für die große Fahrt nun richtig? Zuerst fängst du natürlich mit dem Beladen des Kofferraums an. Als Familienauto biete ich dir in den Regel schon ein paar 100 Liter. Es sei denn, du nutzt mich als Siebensitzer. Dann kann es durchaus eng werden. Dennoch solltest du dich an ein paar Tipps halten. Und zwar diese…

  • Schwere Gegenstände gehören generell nach unten. So verhinderst du, dass diese bei einem Unfall durch den Fahrgastraum fliegen. Clever sind daher auch ein Gepäcknetz oder Spanngurte, welche die Ladung an ihrem Platz halten. Leichtere Gegenstände wie Decken oder Kleidung kannst du hingegen locker nach oben packen.
  • Klappe außerdem nicht die Sitze um. Zumindest, wenn dazu kein Bedarf ist. So dient die Fondlehne als Trennwand, die ebenfalls die Ladung im Kofferraum hält. Bei einem Unfall können die Lehnen so mitunter Leben retten.
  • Noch besser sind Trenngitter. Diese sind vor allem beim Transport größerer Tiere (Schäferhund etc.) eine gute Option. Aber auch bei voller Beladung. Weil das Trenngitter die Ladung im Kofferraum „festhält“.
  • Eine weitere tolle Idee sind Transportboxen oder Kofferraumtaschen. So hat quasi die gesamte Ladung ihre Ordnung.
  • Davon ab solltest du die Ladung regelrecht verkeilen. Vermeide Lücken oder „Löcher“. Wenn die Ladung ineinander verklemmt ist, kann diese sich nicht bewegen und bei einer Vollbremsung plötzlich in den Fahrgastraum durchbrechen.
  • Obacht gilt schließlich bei meinem zulässigen Gesamtgewicht. In der Regel vertrage ich 400 bis 500 kg, allerdings musst du davon das Gewicht der Passagiere abziehen. Aller Passagiere.

Schön gleichmäßig: Wie vermeidest du Schlagseite?

Wichtig sind außerdem Warndreieck, Warnwesten und Erste-Hilfe-Kasten. Diese Dinge solltest du auch erreichen können, wenn ich voll beladen bin. Achte besonders auf die Warnwesten. In vielen EU-Ländern muss jeder, der auf der Autobahn oder mitunter sogar auf der Landstraße das Auto verlässt, eine Warnweste tragen. Entsprechend solltest du so viele Warnwesten an Bord haben wie Insassen erlaubt sind.

Wichtig: Verteile deine Ladung gleichmäßig. Packst du alles Schwere nach links, alles Leichte hingegen nach rechts, brauchst du dich über eine typische Schlagseite nicht zu wundern. Verteile die Ladung also gleichmäßig. Passe außerdem meinen Reifendruck der höheren Ladung an. Sonst kann ich dir nicht das gewohnte Handling bieten. Zumal dann auch mein Verbrauch steigt.

Kein Platz mehr? Wann ist eine Dachbox eine Option?

Möglich, dass mein Kofferraum übrigens nicht reicht. Hier kann dir zu einer Dachbox raten. Doch auch hier solltest du einiges beachten. Zuerst die Dachlast: Als Familienauto sollte ich mindestens 75 kg vertragen. Entsprechende Infos verraten dir meine Papiere und mein Bordbuch. Aber Obacht: Das Gewicht von Dachträger und Dachbox gehen von dieser Dachlast bereits ab. Wichtig: Packe in die Dachbox nur leichtes und sperriges. Zum Beispiel Kleidung oder Ski. Schweres gehört, richtig, in den Kofferraum. Nicht auf mein Dach.

Stopfe außerdem die Dachbox mit Decken oder Kleidung aus, so kann sich die Ladung nicht bewegen. Bei spitzen Gegenständen wie Ski sichere den vorderen Teil der Box mit einer zusammengerollten Decke oder Bekleidung. Sonst könnte die Ladung bei einem Unfall oder Vollbremsung die Box durchbrechen. Gab es alles schon, war nicht schön.

Anhänger & Co.: Welche Optionen gibt es noch?

Langt selbst eine Dachbox nicht, hast du weitere Optionen. Zum Beispiel eine Heckbox oder einen Heckträger. Gut für Fahrräder. Auf dem Dach mag ich Bikes hingegen gar nicht. Ruckzuck fliegen die Zweiräder runter, das willst du nicht. Eine weitere Option ist ein Anhänger. Hier findest du noch einmal reichlich Platz. Aber: Mit Hänger darfst du in Deutschland nur noch 80 km/h fahren. Egal ob Autobahn oder Landstraße. Da wird ein Trip nach Italien oder Spanien verdammt lang. Bei einer Dachbox ist hingegen kein Tempolimit vorgeschrieben. Experten und Versicherungen raten allerdings zu maximal 130 km/h.

Gute Fahrt!