Ratgeber

Online anmelden – und uns bleibt mehr Zeit für Gemeinsames!

28. Mai 2020
Lesezeit: 3 Minuten

Ich bin’s dein treuer Weggefährte, dein Auto! Seit dem 1. Oktober 2019 kannst du alles rund um meine An- und Ummeldung, was du bisher auf dem Straßenverkehrsamt erledigt hast, online durchführen. Das gilt für Fahrzeuge wie mich, Motorräder und Anhänger. Das ist doch prima! Keine langweiligen Nümmerchen mehr in Behördengängen schieben – oder ziehen. Du musst dich nur ein bisschen vorbereiten und Öffnungszeiten sind etwas, worum du dich beim Straßenverkehrsamt nie wieder kümmern musst: Online kannst du mich 24/7 zulassen oder ummelden.

Was du brauchst, wenn du mich online anmeldest

Bisher bist du in eine Dienststelle des Straßenverkehrsamtes marschiert, um eine Zulassung durchzuführen, und hast dich dort mit einem Ausweisdokument identifizieren müssen. Normalerweise war das ein Personalausweis. Das ist natürlich so im Online-Verfahren nicht mehr möglich. Deshalb ist die Voraussetzung dafür, dass du mich online zulassen kannst, der Besitz eines elektronisch lesbaren Personalausweises mit einer aktivierten Onlinefunktion und ein dazugehöriges Kartenlesegerät. Oder alternativ kannst du für eine Identifizierung für das Betriebssystem Android die „Ausweisapp2“ herunterladen.

Kann sein, dass demnächst noch weitere Verfahren mit einer gleichwertigen Sicherheit für deine Identifikation genutzt werden können. Momentan muss das Bundesamt für Sicherheit dafür für jede Alternative einzeln erst eine Prüfung durchführen und eine entsprechende Freigabe erteilen. Das kostet. Du kannst in solchen Fällen über deine Kreditkarte oder per Giropay zahlen.

Die Online-Zulassung heißt auch internetbasierte Fahrzeugzulassung oder i-Kfz. Vollkommen frei bist du leider noch nicht, was die Zulassungsmöglichkeiten angeht: Momentan gilt die Möglichkeit der Online-Zulassung leider nur für solche Autos, die nach dem 1. Januar 2015 zugelassen worden sind. Achtung: An dieser Stelle musst du aufpassen. Es geht hier tatsächlich um die Erstzulassung, nicht um das Baujahr deines Autos. Das ist deshalb so, weil erst seit dem o. g. Datum neuartige Plaketten auf die Kennzeichen geklebt werden und in den Zulassungsbescheinigungen ganz bestimmte neue Sicherheitscodes enthalten sind.

 

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Das Rezept für deine/unsere Online-Zulassung

Schritt 1: Du musst dich bei der Behörde online identifizieren, nachdem du dich dort angemeldet hast. Das tust du über deinen Personalausweis samt PIN oder über dein Smartphone und mithilfe der Ausweisapp2.

Schritt 2: Deine Fahrzeugbescheinigung Teil 2, die man früher Fahrzeugbrief nannte, musst du auch bereitlegen. Rubble dort den Sicherheitscode frei. In dem entsprechenden Online-Formular musst du im Verlauf deiner Online-Zulassung aus deiner Zulassungsbescheinigung Teil 2 einige Daten eintragen. Da ist zum einen die Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN), ein Sicherheitscode, das Datum deiner Hauptuntersuchung, die elektronische Versicherungsbestätigung (eVB-Nummer der Versicherung).

Schritt 3: Außerdem gehört in das Online-Formular deine IBAN, wenn du der Halter des Fahrzeugs bist. Du musst den ganzen Vorgang natürlich bezahlen, daran hat sich auch im Zuge der Digitalisierung der Zulassungsverfahren für uns Autos nichts geändert. Bisher heißt es, dass die Kosten bei 6,10 € liegen. Aber in Einzelfällen kann es Abweichungen geben. Allerdings sollte es sich dabei nur um wenige Cent handeln.

Alle nötigen Papiere, aus denen du Daten in das Online-Formular übertragen musst, solltest du natürlich zu Beginn des gesamten Vorganges neben deinem PC stapeln, damit du nicht mitten in der Anmeldung aus dem System gekickt wirst, weil du deinen Fahrzeugbrief einmal wieder nicht findest und stundenlang suchen musst. Den Stress kannst du dir ersparen, wenn du die notwendigen Papiere am Beginn der Anmeldung bereitlegst.

Ich liebe Wunschkennzeichen

Ich bin wirklich froh, dass es dir und mir gleichermaßen viel bedeutet, dass ich mit einem ganz bestimmten Wunschkennzeichen durch die Gegend fahren darf. Entweder dir wird bei der Online-Anmeldung ein beliebiges Kennzeichen zugewiesen oder du kannst ein Kennzeichen reservieren lassen oder ein Wunschkennzeichen angeben. Ob das von dir gewünschte Kennzeichen tatsächlich frei ist, wird natürlich automatisch überprüft. Ich drücke alle vier Reifenventile, dass wir zwei unser Wunschkennzeichen bekommen! (Wenn du übrigens ein Kennzeichen reservieren möchtest, solltest du die Fristen beachten, die damit zusammenhängen.)

Kleb mir eine!

Wenn du deine Online-Zulassung komplett erledigt hast, wird sie tatsächlich noch von einem Menschen im Amt überprüft. Allerdings muss der dich nicht sehen und du ihn nicht. Es wird geschätzt, dass eine Vor-Ort-Kfz-Zulassung dich – ohne einen vorherigen Termin abgesprochen zu haben – etwas über eine Stunde deiner kostbaren Lebenszeit kostet. Das sollte bei der Online-Zulassung deutlich weniger sein. (Nicht schummeln: Die Zeit, um deine Papiere zusammenzusuchen, brauchst du auch, wenn du dich zur Zulassung aufs Amt begibst.) Heute bekommst du nach dem abgeschlossenen Online-Zulassungsvorgang deinen Kfz-Schein sowie die Plakette, die du auf unser Nummernschild kleben sollst, zugeschickt. Auf dem Postweg.

Ich als dein PKW kann dir nur raten: Lies dir bitte die gegebenenfalls beigefügte Anleitung, wo und wie du die Plakette aufkleben sollst, ausnahmsweise einmal vernünftig durch. Du hast mir schon den ein oder anderen verknitterten Aufkleber auf die Heckscheibe gepappt. Das solltest du unbedingt bei der Plakette vermeiden, denn auf dem Nummernschild ist das mehr als bloß ein Schönheitsfehler!