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SUVs werden teurer in der Versicherung

05. März 2020
Lesezeit: 3 Minuten

Hallo mein Freund, ich bin es, dein Kfz-Versicherungsbeitrag. Ich bin zwar nicht in Stein gemeißelt, aber wenn du das Pech hast, in einer Umgebung zu wohnen, in der die Unfallzahlen deutlich steigen, dann kann es sein, dass sich mit Beginn eines neuen Versicherungsjahres die sogenannten Regionalklassen verändern. Für dich mag das bedeuten, dass du künftig für mich einen höheren Beitrag bezahlen musst, weil die Unfallwahrscheinlichkeit in deiner Region gestiegen ist. Du zahlst, auch wenn du keinen Unfall baust.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Nun ist eine schlechte Regionalklasse kein Grund umzuziehen. Allerdings solltest du bei der Anschaffung deines Autos schon bedenken, dass natürlich auch für bestimmte Fahrzeugtypen unterschiedliche Versicherungstarife angesetzt werden. In jedem Jahr werten die Kfz-Versicherer aus, welche Fahrzeugtypen und welche Modelle genau wie viele Unfälle bzw. Kosten in der Schadenregulierung verursacht haben. Kleiner Insider-Tipp: Versicherer zahlen ungerne. Deshalb tun sie alles, um möglichst wenig zu zahlen.

Für 2020 habe ich festgestellt, dass mich die Kfz-Versicherer SUVs anders bewerten als zuvor. Das bedeutet für dich: Versicherungsbeiträge sind für SUV’s 2020 gestiegen. Umziehen musst du also nicht unbedingt, um bei mir zu sparen, aber vielleicht empfiehlt es sich, auf ein Automodell umzusteigen, dass eine günstigere Versicherungspolice bekommen kann? Für immerhin 300 Pkw-Modelle wurden zuletzt die Jahresbeiträge zur Kfz-Versicherung unter Zuhilfenahme von Daten der Plattform Check24 verglichen.

Einige der Spitzenreiter bei den neuen Typklassen 2020 in der Kfz-Versicherung

Dass ich einen Audi Q7, einen BMW X5 oder die ML-Klasse von Mercedes mit einem hohen Jahresbeitrag zur Kfz-Versicherung belaste, erstaunt nicht besonders oder? Es sind allesamt SUVs für den gehobenen Anspruch, die auf der Straße eher nicht durch einen defensiven Fahrstil auffallen. Unter anderem sorgen sie dafür, dass der Trend für das Versicherungsjahr 2020 lautet: SUVs werden in der Kfz-Versicherung teurer. 

Aber du kannst gerne darüber staunen, dass ausgerechnet eine Familienkutsche wie der Kia Carnival die im Vergleich höchsten Beiträge zahlen muss. Der Abstand zum nächstplatzierten Fahrzeug ist erstaunlich: Während ich bei einem Kia Carnival mit 553 € Jahresbeitrag zu Buche schlage, bringt es der Zweitplatzierte, ein Audi Q7 3.0 TDI Quattro, „nur“ auf 519 €. Es lebe das Vorurteil: Dem Audi hätte man auf Anhieb einen hohen Versicherungsbeitrag zugetraut, dem Kia Carnival, einem Großraumvan, definitiv nicht. Offenbar ist der Kia Carnival doch nicht so unfallfrei unterwegs, wie man das von einem typischen Familienauto gerne annimmt. So leicht bin ich also doch nicht zu durchschauen!

Du und ich – dein Versicherungsbeitrag – sind einzigartig

Die beiden genannten Beträge für Platz 1 und Platz 2 der Vergleichsrangliste sind natürlich nur Beispiele. Deine Kfz-Versicherung und folglich ich werden individuell berechnet, und zwar abhängig davon, ob du als Versicherungsnehmer beispielsweise Punkte in Flensburg hast, ob du mich jährlich oder in anderen Raten zahlst, welche Schadensfreiheitsklasse du bekommst.

Außerdem ist es wichtig, wo dein Auto üblicherweise abgestellt wird. Ist es die Straße, das heißt, der öffentliche Raum, steigt auch das Risiko für dein Auto und ich – dein Beitrag – erhöhe mich. Die etwaige Fahrleistung pro Jahr fließt in die Berechnung des Versicherungsbeitrags ein. Also die Tatsache, ob es sich bei deinem Auto um einen Gebrauchtwagen handelt und wer der Fahrer ist. Auf einige dieser Parameter hast du Einfluss, auf andere nicht. In den Typklassen schlägt sich nieder, welche Reparaturkosten für geschädigte Unfallgegner gezahlt werden mussten und wie die Unfallbilanz für das jeweilige Automodell aussieht. 

PKW-Modelle, bei denen ich in die Höhe schnelle 

Nach dem Kia Carnival und dem Audi Q7 folgen auf den Plätzen drei und vier der Hitliste der Pkw-Modelle mit den höchsten Jahresbeiträgen für die Kfz-Versicherung zwei BMW X5 Modelle. Auf Platz fünf schließt sich Mercedes mit seinem ML 270 CDI 4MATIC an. 

Willst du mich klein halten?

Bei einer Erhöhung deiner Versicherungsbeiträge hast du Sonderkündigungsrechte. Sobald die neuen Tarifklassen für Fahrzeuge sowie die neuen Regionalklassen veröffentlicht sind und damit klar ist, in welcher Art ich mich verändern werde, lohnt es sich für dich möglicherweise, einmal über einen Versicherungswechsel nachzudenken. Bringt ja auch nichts, wenn du nur an mir herum meckerst…

Es zahlt sich außerdem in der Regel aus, mich für ein ganzes Jahr auf einmal zu entrichten; dann gewähren dir die Autoversicherer Prozente. Wenig zu fahren spart nicht nur Sprit, sondern die Kilometerleistung deines Autos pro Jahr kann sich auch auf den jährlichen Versicherungsbeitrag auswirken: Je weniger du fährst, desto günstiger werde ich. Außerdem ist es sinnvoll, den Kreis derer einzugrenzen, die ein Auto bewegen dürfen: Je kleiner dieser ist, desto größer die Ersparnis im Versicherungsbeitrag. 

Kleiner Trost im Falle eines Unfalles: Solltest du einmal in einen Unfall verwickelt werden, kannst du auch ein Sonderkündigungsrecht bei deiner Kfz-Versicherung wahrnehmen, wenn du aufgrund einer Schadensregulierung in der Versicherung hochgestuft werden sollst. Wie auch bei der Veränderung deiner Versicherungsbeiträge durch die jährliche Anpassung der Regionalklassen bzw. Fahrzeugtypklassen kannst du die Versicherung in diesem Fall wechseln. Das ist ein kleiner Beweis dafür, dass jede Krise immer auch eine kleine Chance bedeutet.