Mittwoch, der 17. Juli 2019
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Tag auch, ich bin ein Allradauto. Wenn du nun denkst, dass damit automatisch ein SUV oder gar Offroader gemeint ist, irrst du dich. Denn als Allrader stehen dir auch etliche Kombis oder gar Limousinen zur Option. Was mit Allrad gemeint ist, brauche ich dir sicher nicht zu erklären. Richtig: Allrad paart Front- und Heckantrieb, womit die Kraft des Motors auf alle vier Räder verteilt wird.

Es gibt jedoch durchaus Unterschiede bei meiner Technik. Die zwei typischen Formen sind der zuschaltbare Allrad sowie der permanente Allrad. Bei der ersten Version erfolgt die Kraftübertragung meist allein über die Vorderräder. Erst bei Bedarf werden zusätzlich die Hinterräder angetrieben, insbesondere bei mangelndem Grip. Anders der permanente Allrad, bei welchen die Kraftübertragung generell über alle vier Räder erfolgt. Egal, ob die Fahrbahn diesen nun verlangt oder nicht. Die meisten Hersteller haben übrigens ihre ganz eigenen Begriffe und sogar Label für den Allrad: Audi nennt seinen Allrad quattro, BMW xDrive, Volkswagen 4Motion, Mercedes 4Matic. Weitere typische Synonyme sind 4WD (Four Wheel Drive), 4×4 oder AWD (All Wheel Drive).

Allradautos: Welche Modelle gibt es?

Mich gibt es in vielen Segmenten, aber vor allem bei den aktuell modernen SUVs. Dabei ist Allrad bei einem SUV beileibe nicht die Regel – im Gegenteil: Meist kostet es einen Aufpreis. Mitunter ist Allrad oft nicht als Option erhältlich. Kein Wunder, denn viele SUVs sind nur sogenannte Softroader mit rein optischen Anleihen eines Geländewagens. Bei echten Offroadern wie der Mercedes G-Klasse, Land Rover Defender oder Toyota Land Cruiser ist Allrad dagegen grundsätzlich Serie.

Es sind weit mehr Modelle als 4×4 erhältlich, als du denkst. Den Beweis liefert Auto Bild: Die Gazette kürte wieder die Allrad-Sieger, die die Vielfalt meiner Modelle am besten zeigt. Zur Wahl standen ganze 219 Fahrzeuge, aus denen in 20 Kategorien die Sieger gekürt wurden. Und zwar je ein Gesamt- und ein Importsieger. In der Klasse „Allrad-Pkw bis 40.000 Euro“ triumphierten der BMW 3er sowie der Skoda Superb. Bei den „Allrad-Pkw über 40.000 Euro“ waren Porsche Panamera und Kia Stinger erfolgreich.

Allradautos im Vergleich: Sportwagen & Coupés

Der Sieg in der Kategorie „Allrad-Sportwagen, -Coupés und -Cabrios“ ging an Porsche 911 und Range Rover Evoque Convertible. Die Klasse „Allradvans“ gewannen VW T6 Multivan sowie Seat Alhambra. Zum „Allrad-Pick-up“ kürte Auto Bild Mercedes X-Klasse und RAM 1500. Bei den „SUVs bis 30.000 Euro“ gewann der Skoda Kodiaq, bei den „Geländewagen und SUV von 30.000 bis 50.000 Euro“ BMW X3 und Jeep Wrangler. Den Sieg bei den „Geländewagen und SUV über 50.000 Euro“ holten sich Mercedes G-Klasse und Volvo XC90. Bei den „Allrad-Crossovern“ gewannen Audi A6 Allroad quattro und Volvo V90 Cross Country. Sonderpreise gingen außerdem an Lamborghini Urus und Suzuki Vitara.

Fazit: Ich bin nicht allein auf SUVs und Offroader beschränkt. Im Gegenteil: Viele Sportversionen regulärer Limousinen und Kombis sind als 4×4 verfügbar – unter anderem sogar Kleinbusse wie der VW T6. Pickups als Allrader dürften dagegen ebenso wenig überraschen wie Crossover, die auf „offroad“ getrimmt sind.

Allradautos: Welche Vor- und Nachteile bietet der Antrieb?

Der Allradantrieb bringt einige Vorteile mit: Der wichtigste Pluspunkt ist die Traktion, speziell auf Eis und Schnee oder sonstigem losen Untergrund. Zum Vergleich: Der Reibungskoeffizient (mü) auf trockener Straße beträgt 0,8, bei Eis hingegen nur noch 0,2. Entsprechend kann der Reifen deutlich weniger Kraft auf die Straße bringen – und dreht stattdessen durch. Logisch, dass ein Allrader auch an einem Hang besser zurechtkommt als ein Front- oder Hecktriebler. Weitere Vorteile zeigen meine Modelle beim sportlichen Durchfahren von Kurven sowie natürlich im Gelände. Zuletzt ist ein Allrader die optimale Zugmaschine für einen Boots- und Pferdetrailer oder einen Wohnwagen.

Auf der anderen Seite bringen meine Modelle auch ein paar Nachteile mit. Zum einen ist die Technik teurer. Der Aufpreis beträgt je nach Modell und Hersteller drei- bis viertausend Euro, weil mehr Bauteile nötig sind. Zum Beispiel zusätzliche Antriebswellen, ein zusätzliche Getriebe oder eine zusätzliche Kupplung. Entsprechend steigt das Gewicht des Fahrzeugs und damit der Spritverbrauch. Laut ADAC kostet Allradantrieb auf 100 km einen halben bis einen Liter mehr Kraftstoff.

Wichtig: Schneller bremsen kann ich nicht. Mein Bremsweg ist genauso lang wie der eines Front- oder Hecktrieblers. Im Winter – und besonders in den Bergen – bin ich jedoch dein bester Freund.