Fahrzeugtypen

Ich bin eine Limousine – elegant und sportlich zugleich

11. Juni 2019
Lesezeit: 3 Minuten

Hallo, ich bin eine Limousine. Groß vorstellen muss ich mich wohl kaum, auch wenn du als Deutscher wohl eher einen Kombi bevorzugst. Dieser ist quasi mein Gegenstück: Statt auf ein Steilheck setze ich auf ein Stufenheck. Zumindest, wenn ich eine klassische Limousine mit vier Türen bin. Denn mittlerweile gibt es mich auch als sogenannte Fließhecklimousine, bei der die Heckklappe als fünfte Tür gilt. In dem Fall bin ich dann natürlich ein Fünftürer.

Meine Definition geht aber ein ganzes Stück darüber hinaus. Denn laut Definition bin ich als Limousine ein Fahrzeug mit einem festen Dach auf drei Säulen sowie Platz für vier bis fünf Personen in zwei Sitzreihen. Vier Türen sind die Norm, doch kann es mich auch mit nur zwei Türen geben. Die Kofferraumklappe zählt jeweils extra, womit schließlich sogar drei oder eben fünf Türen möglich sind.

Limousine: Wie ich zu meinem Namen kam

Weniger kompliziert ist die Herkunft meines Namen, der aus dem Französischen kommt. Konkret stammt mein Name aus der Region „Limousin“ im Zentrum Frankreichs, wo man einst eine besonders luxuriöse Kutsche so bezeichnete. Außerdem trugen die früheren Hirten der Region Mäntel aus besonders dichtem Ziegenhaar. Diesen Namen übertrug man später auf mich: Ein Automobil mit komplett geschlossenem Fond und festem Dach, das obendrein bis zur Windschutzscheibe verlängert wurde. Mit anderen Worten: für eine Kutsche (Auto) mit einem festen, schützendem Stoffmantel (Dach).

Meine früheren Versionen lasse ich jetzt mal außen vor. Denn in großer Zahl rollten meine Ahnen erst in den 1920ern auf den Straßen. Mitunter hieß ich damals sogar noch „Innenlenker“. Zu der Zeit war es noch Mode, von einem Chauffeur gefahren zu werden. Somit waren Limousinen bzw. Autos generell der Oberschicht vorbehalten. Jedenfalls grenzte man schon damals Autos wie mich – die Limousine – von Cabrios oder Roadster ohne festem Dach ab. Zugegeben gab es mich früher teilweise noch mit einem Hardtop oder ohne B-Säule. Damit sollte meine frühe Geschichte geklärt sein.

Warum Limousinen in Amerika anders sind

Heute sind die regionale Unterschiede interessant. Die Amerikaner – speziell in den USA und Kanada – sowie Australier nennen mich „Sedan“ oder „Notchback Sedan“. Als Schräghecklimousine heiße ich „Fastback Sedan“, als Kombilimousine schließlich „Hatchback Sedan“. In Großbritannien stehe wieder ich als „Saloon“ im Autohaus. Als Limousine verstehen die Briten Luxusfahrzeuge samt einer Trennscheibe zum Chauffeur, also eine Stretch-Limousine.

Franzosen unterscheiden hingegen zwischen „la limousine“ sowie „la berline“. Der zweite Begriff steht für einen geschlossenen Pkw mit nur zwei Seitenfenstern, während die Limousine drei Seitenfenster aufweist. Auf Italienisch bin ich wiederum als „berlina“ bekannt. In Portugal sowie Spanien gelte ich aufgrund des sprachlichen Einflusses aus Amerika wieder als Sedan.

Limousine: In welchen Klassen gibt es mich?

Dich dürfte wohl interessieren, in welchen Klassen ich erhältlich bin. Als typische Limousine findest du mich – getreu meiner Geschichte – vor allem in der Oberklasse. Beispiele wären insbesondere  die Mercedes S-Klasse, BMW 7er, Audi A8 oder Jaguar XJ, die allein als Limousine, nicht aber als Kombi erhältlich sind. Gleiches gilt für noch teurere Luxusmodelle wie den Bentley Mulsanne oder den Rolls-Royce Phantom. In der oberen Mittelklasse – Beispiele hier wären Mercedes E-Klasse, https://www.instamotion.com/marke/bmw/5er oder Audi A6 – findest du mich ebenfalls. Allerdings sind entsprechende Modelle auch als Kombi, Coupé und Cabrio erhältlich, während ich die Oberklasse ganz allein dominiere. Zusammen mit Kombis sowie Coupés und Cabrios gibt es mich außerdem in den Segmenten der Mittelklasse und der Kompaktklasse.

Modelle der Mittelklasse sind zum Beispiel Kia Stinger, Audi A4, VW Passat oder Peugeot 508. Beispiele für die Kompaktklasse wären wiederum Audi A3, Mercedes CLA, VW Jetta oder Seat Toledo. Da ich als kompakte Limousine in Deutschland weniger gefragt bin und anderen Märkten wie China oder den USA vorenthalten bin, kennst du manche dieser Modelle vielleicht gar nicht. Kleinst- und Kleinwagen sind generell mit einem Steilheck versehen, werden aber gern als Kombilimousine vermarktet.

Limousine: Auch ich habe meine schlechten Momente

Zugeben muss ich – leider – gestehen, dass der deutsche und überhaupt der europäische Markt ein Kombimarkt ist. Das heißt, dass Limousinen hier als weniger alltagstauglich gelten. Das liegt zum einen an meinen im Vergleich zum Kombi kleineren Laderaum. Zum anderen wohl auch an der kleineren Heckklappe. Hier kann der Kombi beim Be- und Entladen die Arbeit deutlich erleichtern. Zumal ein Kombi selbst sperrige Gegenstände wie einen Kinderwagen verstauen kann, was bei mir weniger einfach, teilweise sogar unmöglich ist. Dafür gelte ich als sportlicher, agiler und dynamischer.