Samstag, der 19. Januar 2019
Fahrberichte

Fahrbericht VW New Beetle – Traditionell wie früher

01. August 2018
Lesezeit: 3 Minuten


Hallo, ich bin der VW New Beetle. Ich wäre überrascht, wenn du mich nicht kennst. Selbst wenn ich zugegeben in Deutschland nicht der Topseller bin. In den USA gelte ich dagegen als Kassenschlager und als eines der beliebtesten Modelle von Volkswagen überhaupt.

Wieso ich einen langen Weg gehen musste

Das liegt wohl an meinem Retro-Look. Denn ich bin quasi die moderne Neuauflage des legendären VW Käfer. Tatsächlich heißt Beetle nichts anderes als Käfer. Auf den Markt kam ich jedenfalls im Oktober 1997. Da lief mein Urahn in manchen Teilen der Welt sogar noch vom Band. Endgültig eingestellt wurde der VW Käfer nämlich erst im Sommer 2003. In Deutschland war schon 1985 Schluss. Aber das ist eine andere Geschichte.

Ich selbst ging 1992 in Arbeit und zwar als Studie Concept 1. Gezeichnet war ich damals von unserem American Design Center in Kalifornien. Premiere feierte ich allerdings erst 1994 auf der NAIAS. Fachwelt wie Fans waren begeistert. Ein Jahr später folgte daher meine Cabrio-Studie. Und Volkswagen gab endlich grünes Licht. Daher erhielt ich noch 1995 einen ersten Prototypen. Trotzdem sollte ich noch einen langen Weg vor mir haben.

Wie ich zu meinen Retro-Look kam

Denn erst 1998 folgte mein Serienmodell, wieder in Detroit (NAIAS). Dennoch war ich der Erste, der im sogenannten Retro-Design zum Händler rollte. Design, Kotflügel, Motor- bzw. Fronthaube oder meine angedeuteten Trittbretter; all das war eine Hommage an den alten Käfer. Entsprechend war ich kugelrund. Auch in meinen Interieur erinnerte vieles an meinen Ahn. Zum Beispiel das Handschuhfach, das runde Kombiinstrument, die Handschlaufen an meiner B-Säule oder die Netze an den Türen.VW Käfer

Als Basis nutzte ich jedoch eine moderne Plattform. Und zwar die Plattform A4, auf welcher auch VW Golf IV, Audi A3 oder Skoda Octavia aufbauten. Daher musste ich leider auch einen Kompromiss eingehen. Denn die Plattform erlaubte mir keinen Heckmotor wie eigentlich vorgesehen. Prompt gab es wegen meines Frontmotors Kritik. Wobei mir Volkswagen noch ein paar weitere moderne Teile spendierte. Zum Beispiel Kühler und Lüfter, ein Lenkrad mit drei Speichen oder Federn und Abgasanlage. Apropos: Intern nannte Volkswagen mich Typ 9C.

Wie ich Mexikaner wurde

Meine Produktion erfolgte – wie schon beim alten Käfer – in Mexiko, genauer in Puebla. Von dort wurde ich in die ganze Welt exportiert. Auf mein Cabrio musste ich dagegen lange warten. Erst im Frühjahr 2003 zeigte Volkswagen mich offen. Als VW New Beetle Cabriolet (intern Typ 1Y) brachte ich natürlich wieder einige Anleihen vom VW Käfer mit. Etwa mein Verdeck, dass wie einst beim Käfer geöffnet auf meiner Karosserie auflag. Außerdem schützte das Verdeck wieder eine Persenning (wasserfeste Abdeckung) vor Schmutz.

Nur kurze Zeit später stellte Volkswagen auf der IAA 2015 eine Modellpflege vor, die meine Limousine ebenso wie mein Cabrio auffrischte. Ich bekam flachere Kotflügel, neue Schürzen und ovale Scheinwerfer. Des Weiteren bekam ich schmalere Blinker und recht markante zweifarbige Rücklichter. Was blieb, war die Technik vom Golf IV. Obwohl dieser bereits vom Golf V abgelöst war und daher mittlerweile auf einer neuen Plattform stand. Golf ist ein gutes Stichwort. Denn wie dieser galt ich als Kompaktmodell.

Wie ich zu identifizieren bin

Anhand meiner Typnummer – wie beim Käfer unter der Rückbank zu finden – kannst du übrigens ausmachen, für welchen Markt ich bestimmt war. Der Typ 1C war für Nordamerika, die USA und Mexiko. Der Typ 9C dagegen für Europa und den Rest der Welt. Meine Motoren bezog ich wieder vom Golf IV. So standen über die Jahre diverse Benziner mit 75 bis sogar 224 PS sowie drei Diesel mit 90 bis 105 PS zur Wahl. Zum Sommer 2010 war dann Schluss mit meiner Produktion, mein Nachfolger heißt seither nur noch VW Beetle.

Zuletzt will ich dir einige meiner Probleme nicht verschweigen. Zum einen wird gern mein Zeitgeist kritisiert, der in manchen Augen schlicht vorbei ist. Leider drückt das meine Wertstabilität. Für Käufer gut, für Verkäufer schlecht. Technisch solltest du öfters mal meinen Zahnriemen prüfen, speziell beim Diesel. Meine 2.0-Liter-Maschine mit 115 PS leidet zudem an einem hohen Ölverbrauch. Ab dem Baujahr 2001 wurde das aber besser. Dafür haben meine TDI gern Probleme beim Schalten. Auch meine Türen schließen mitunter etwas schlecht.

Von daher kann ich dir nur raten, mich einfach selbst zu fahren. Dann kannst du dir deine eigene Meinung über mich bilden.

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