Donnerstag, der 25. April 2019
Fahrberichte

Der Audi A4 – Ein moderner Allrounder

18. September 2018
Lesezeit: 3 Minuten



Gestatten, mein Name ist Audi A4. Ich stelle bei Audi seit vielen Jahrzehnten die Mittelklasse. Und ich verkaufe mich – Pardon für die Überheblichkeit – wie warme Semmel. Glaubst du nicht? Dann mal eine Zahl: Im Oktober 2011 rollte mein zehnmillionstes Modell vom Band. Zehn Millionen. Das sind verdammt viele Nullen hinter der Eins.

Aber von vorn. Mein Geburtsjahr ist schon etwas strittig. Manche meinen, dieses datiert im Jahr 1994, denn in diesem Jahr brachte Audi mich erstmals als A4 auf den Markt. Intern bin ich übrigens als B-Typ bekannt, weil meine einzelnen Generationen jeweils mit einem „B“ und einer fortlaufenden Nummer markiert sind. Jetzt wird es kurios, denn meine erste Generation nannte Audi nicht B1, sondern Audi A4 B5.

Wieso ich eigentlich ein Oldie bin

Noch kurioser: Damals war ich alles andere als neu, sondern eher eine Art Facelift, das zudem recht dezent ausfiel. Tatsächlich erkennst du auf den ersten Blick wohl nur neue Schürzen in Wagenfarbe. Als Vergleich schaust du dir einfach mal den alten Audi 80 der Generation B4 an. Jetzt dürften dir wohl einige Lichtlein aufgehen. Denn der Audi 80 ist mein direkter Ahn und kam schon 1972 auf den Markt. Und zwar als Audi 80 B1. Klingelt es? Gut. Denn meine Ahnenreihe beginnt nicht erst 1994 mit dem Audi A4 B5, sondern schon mit dem Audi 80 B1. Damit bin ich eigentlich ein Oldtimer, weil ich seit über 50 Jahren im Handel bin. Das schaffen nicht viele Autos.

Audi 80

Ab jetzt kürze ich meine Werdegang etwas ab. Versprochen. Nach dem Audi 80 B1 folgten die Generationen B2 (1978 bis 1986), B3 (1986 bis 1991) und B4 (1991 bis 1995). Mit dem B5 nannte Audi mich plötzlich um in A4. Und hier ist erneut die Jahreszahl interessant: Meinen Ahn B4 stellte Audi 1991 ein, ich folgte als B5 schon 1994. Drei Jahre für eine Generation sind arg kurz. Entsprechend galt ich als B5 für viele nur als Modellpflege des B4. Dabei war ich schon ein neues Auto. Nur optisch gab sich Audi damals leider nicht allzu viel Mühe. Keine Ahnung, warum.

Wie viele Generationen gibt es von mir?

Damals war ich schon als B5 ein großer Erfolg: 1,7 Millionen verkaufte Modelle. Top. 2000 folgte dann meine zweite (oder auch sechste) Generation, der Audi A4 B6. Wieder spendierte Audi mir nur einige wenige optische Retuschen. Das Highlight war mein neuer Doubleframe-Grill. Diesen teilte eine breite Strebe vertikal in zwei Hälften. Gefällt mir heute zwar weniger, war damals aber eben so. Schon 2004 wurde ich erneut abgelöst. Vom Audi A4 B7. Der Doubleframe-Grill „öffnete“ sich und zierte meine Front fortan als Singleframe-Grill. Manche ulken daher, ich hätte seither eine große Klappe. Stimmt aber gar nicht.

Wie dem auch sei, ich hatte auch als Audi A4 B7 kein langes Leben. 2008 war schon wieder Schluss. Ab dann rollte ich als vierte (achte) Generation Audi A4 B8 aus dem Werk. Wobei: Mein Vorgänger existierte ebenfalls weiter. Als Seat Exeo. Hierzu baute Audi meine kompletten Produktionslinien in Ingolstadt ab und in Martorell bei Seat wieder auf. Als Exeo war ich aber kein großer Erfolg mehr. Obwohl (oder weil) Seat mir ein neues Interieur sowie eine neue Front und ein neues Heck verpasste. 2013 war dennoch Schluss mit meinem spanischen Zweitleben.

Nicht so bei Audi. Mit dem Audi A8 B8 war ich wieder ein großer Wurf. Kein Wunder. Es gab mich als Limousine und Kombi. Dafür nahm mir Audi mein Cabrio weg, das fortan Audi A5 hieß. Technisch sind wir aber ganz dicke. Also eng verwandt. Gegen die Konkurrenz – BMW 3er und Mercedes C-Klasse – konnte ich mich trotzdem gut behaupten. Dafür ließ sich Audi auch eine Menge einfallen. Zum Beispiel bis zu 450 PS im Audi RS4, meiner bärenstarken Sportversion.

Warum du mich mal fahren solltest

2015 erfolgte die (vorerst) letzte Wachablöse. Seither stehe ich als Audi A4 B9 im Autohaus. Soll ich dir mal was sagen? Ich finde mich seitdem richtig toll. Schnittiges Design, schlanke Linien, moderne Technik, neue Plattform (MLB Evo). Als Antrieb biete ich dir diverse TSI und TDI, also Turbobenziner und Turbodiesel. Erstere wieder mit bis zu 450 Pferden im RS4. Die TDI dagegen mit bis zu 272 PS. Meine Topmodelle stattet Audi jeweils mit einem V6 aus. Damit lass’ ich sogar viele echte Sportwagen stehen.

Was soll ich noch sagen, ohne anzugeben? Fahr mich einfach mal und überzeuge dich selbst vom Audi A4.