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Fahrbericht VW T-Cross: Trotz Mini ein ganz Großer?

23. Januar 2020
Lesezeit: 3 Minuten

Mahlzeit, ich bin der VW T-Cross. Wie, du kennst mich nicht? Ich bin ein Mini-SUV, das quasi zwischen Polo und Golf angesiedelt ist. Mit 4,11 m Länge passe ich genau zwischen meinem Kleinwagen-Kumpel sowie unserem kompakten Topseller. Die kommen nämlich auf 4,05 bzw. 4,26 m. Im April 2019 habe ich mich zwischen die zwei gedrängelt, seitdem stehe ich bei den VW-Händlern.

Warum ich ein Mini und dennoch ein Großer bin

Der Größte bin ich jedenfalls nicht. Dennoch bekommst du in mir garantiert keine Platzangst. Weil ich eben ein SUV bin. Kopffreiheit ist in meinen Segment generell garantiert. Auch das Ein- und Aussteigen ist bei mir bequemer. Hier spiele ich meine Vorteile als SUV voll aus. Wenig überraschend komme ich daher besonders bei der etwas älteren Klientel gut an. Aber auch die jüngere Generation ist von mir begeistert. Ich will mich ja nicht selbst loben, aber mein peppiges Design begeistert eben jung wie alt. Ein bissel stolz bin ich da ja schon drauf.

Aktuell bin ich übrigens das kleinste SUV von Volkswagen. Breit bin exakt 1,76 m, hoch hingegen 1,58 m. Mein Radstand misst schließlich 2,55 m. Ich sagte ja, Platzangst hast du in mir garantiert nicht. Zumal mein Laderaum ebenfalls nicht ohne ist. 385 l schlucke ich, Minimum. Bei umgelegten Rückenlehnen steigt mein Volumen sogar auf 1.281 l. Da sag’ noch mal einer, dass ich ein Kleiner bin.

Was ich mit Golf und Co. gemein habe

Meine Basis stellt die Plattform MQB A0. Diese nutzen bereits Polo VI, Audi A1 GB, Seat Ibiza GF oder Seat Arona. Ich habe also einige Verwandtschaft im Konzern. Logisch, dass ich mir mit meinen Kumpels obendrein Technik, Infotainment, Assistenten oder Motoren teile. Selbst ein digitales Cockpit kann ich dir bieten. Das Active Info Display kostet dich gerade mal 400 Euro Aufpreis. Nicht schlecht, oder?

Apropos: Zur Option stehe ich dir in vier Ausstattungen. Und zwar T-Cross, Life, Style und R-Line. Schon mein Basismodell bringt einiges in Serie mit. Zum Beispiel 16-Zöller, LED-Rücklichter, einen Grill mit schicker Chromlamelle oder in Wagenfarbe lackierte Stoßfänger. Außerdem einen in der Höhe einstellbaren Fahrersitz und eine verschiebbare Rückbank. Bei Bedarf kannst du diese um 14 cm verschieben. So steigt mein Ladevolumen auf 455 l – ohne umgeklappte Rücklehnen.

T-Cross R-Line: Wie ich zum Sportler mutiere

Die R-Line stellt übrigens meine Sportversion. Logisch, dass ich dann entsprechend ausstaffiert bin. Zum einen zeige ich optisch ein paar Extras. Etwa spezifische Stoßfänger – der hintere samt Diffusor -, R-Line-Logo im Grill und an den Seitenteilen oder einen Türaufsatz in Wagenfarbe. Weitere Highlights setzen Sport-Komfortsitze mit Bezügen aus Stoff-Mikrofaser, ein schwarzer Dachhimmel, ein Sportlenkrad mit Multifunktion oder Einstiegsleisten mit R-Line-Logo.

Eingepreist bin ich ab knapp 18.000 Euro. Einige moderne Assistenten musst du allerdings extra bezahlen. Dafür stehen dir optional gleich einige Optionen parat. Unter anderem die automatische Distanzregelung samt City-Notbremser und Front Assist, Einparkhilfe, Parklenkassistent, Müdigkeitserkennung oder Rückfahrkamera. Airbags für Fahrer und Beifahrer, Kopfairbags, Reifendruckkontrollsystem sowie Isofix-Halterungen für Kindersitze sind generell Standard.

Was andere über mich sagen und lästern

Befeuert bin ich durchweg von Turbomotoren. Zur Wahl stehen dir drei Benziner sowie ein Diesel. Konkret der 1.0 TSI mit 95 oder 115 PS, der 1.5 TSI mit 150 PS sowie der 1.6 TDI mit 95 PS. Die Benziner sind mit einem Partikelfilter gepimpt, der Diesel setzt auf das SCR-Verfahren. Ergo: Alle meine Motoren sind so sauber wie möglich und erfüllen allesamt die Abgasnorm Euro 6d-temp. Ein kleines Manko muss ich dir jedoch gestehen: Mich gibt es allein als Fronttriebler, einen Allrad plant Volkswagen für mich definitiv nicht. Sparmodell ist natürlich mein Diesel. Dieser schluckt im Mix gerade mal 4,2 bis 4,3 l/100 km (CO2: 110 bis 113 g/km). Meine Benziner gönnen sich hingegen 4,9 bis 5,1 l/100 km (CO2: 111 bis 115 g/km).

Bleibt noch die Frage, was andere über mich so sagen? Oder gar lästern? Der ADAC bemängelt zum Beispiel meine billigen (dafür farbenfrohen) Kunststoffe. Mmh, mal ganz ehrlich: Was erwartet der Club denn für das Geld? Ebenfalls in der Kritik: Die Lücke zwischen meiner Rückbank und meinem Kofferraum, wenn diese nach vorn geschoben ist. Hier kann ich mich nur entschuldigen, das hat Volkswagen tatsächlich verbockt. Ebenso wie das Sparen der sonst übliche Haltegriffe am Dachhimmel. Meine Federung und Lenkung finden wieder großen Anklang, ebenso meine „lebhaften“ Motoren.

Fazit: Probiere mich einfach aus, fahre mich Probe. Entweder sind wir danach dicke Kumpels oder eben nicht.