Freitag, der 23. August 2019
Fahrberichte

Fahrbericht E-Klasse – die Obere Mittelklasse von Mercedes

08. August 2019
Lesezeit: 3 Minuten

Servus, mein Name lautet Mercedes E-Klasse. Bekannt bin ich als Obere Mittelklasse von Mercedes-Benz. Meine direkten Konkurrenten sind daher Audi A6 und BMW 5er. Mit den zwei Batzis führe ich seit Jahren einen Schlagabtausch, in welchem mal der eine, mal der andere eine Motorhaube voraus ist. Im Autohaus stehe ich jedenfalls seit 1993, meine Geschichte reicht jedoch viel weiter zurück.

Mercedes E-Klasse: Wie alles begann

Tatsächlich geht mein Ursprung zurück auf die Mercedes-Baureihe W 124, die 1984 auf den Markt kam. Zu jener Zeit nannte mich Daimler „mittlere Baureihe“ oder „mittlere Mercedes-Klasse“. Im Handel stand ich als Mercedes 200 D (Diesel) oder Mercedes 500 E bzw. E 500 (Benziner). Der ersten Limousine folgten mein Kombi T-Modell (1985), ein Coupé (1987) und ein Cabrio (1991). Außerdem gab es mich als Langversion. Übrigens: T-Modell steht schlichtweg für „Touristik & Transport“.

Technisch nahm ich Elemente der Baureihe W 201 auf, die später zur C-Klasse werden sollten. Mittels hochfester Stahlbleche sparte ich an Gewicht, konnte aber dennoch meine Sicherheit erhöhen. Meine Front und mein Heck waren zum Beispiel mit speziellen Knautschzonen versehen. Die Seitenaufprall- und Überschlagschutz erzielten Bestwerte. Später kamen zudem ABS (ab 1988) und ein Airbag für den Fahrer (ab 1992) in Serie.

Wirklich interessant wurde es aber mit der zweiten Modellpflege (MOPF 2) im Jahr 1993. Mit dieser setzte Daimler mein „E“ in der Modellbezeichnung nach vorn. Aus dem 500 E wurde also der Mercedes E 500, aus dem 200 D der Mercedes E 200 Diesel. Kurzum: die E-Klasse war geboren. Ein paar optische Retuschen wurden dagegen zur Nebensache. So verlegte Mercedes meinen Stern vom Grill auf die Motorhaube. Mitte 1995 war trotzdem Schluss mit dem W 124.

Mercedes E-Klasse: Was ich über die Jahre behielt

Die Nachfolge trat im gleichen Jahr die Baureihe W 210 an. Optisch war ich nun etwas runder sowie mein Grill markanter. Auffällig waren aber vor allem meine Doppelscheinwerfer in Form einer Ellipse. Entsprechend bekam ich schnell den Spitznamen Vieraugengesicht. Dieses Gesicht sollte ich – in abgewandelter Form – bis zu meiner vierten Generation behalten. Als W 210 rollte ich erstmals als Limousine zum Händler, während 1996 mein Kombi folgte. Mein Coupé und Cabrio lagerte Daimler in die neue Mercedes CLK-Klasse aus.

Mit dem W 211 folgte 2002 meine dritte Generation. Optisch blieb ich meinem Vorfahren treu, allerdings wirkte alles etwas gefälliger. Der Grill war etwas weniger hoch, dafür stärker geneigt. Ebenso wie meine Scheinwerfer, die nach wie vor elliptisch waren. So kam ich auf einen Luftwiderstandsbeiwert von nur 0,26 cW. Den Start im März legte ich als Limousine hin. Das 32 mm längere T-Modell folgte ein Jahr später. In beiden Versionen bot ich viele Features, die erstmals in einem Mercedes verbaut waren. Zum Beispiel die Luftfederung Airmatic Dual Control oder das Medien- und Kommunikationspaket Command System.

Mercedes E-Klasse: Wie mein Vieraugengesicht verschwand

Mit dem W 212 sollte dann mein typisches Vieraugengesicht verschwinden. Den Marktstart 2009 erlebte ich zwar noch mit vier „Augen“, allerdings waren diese nun eckig statt rund. Was blieb waren Limousine und T-Modell. Außerdem gab es mich wieder als E-Klasse Cabrio und E-Klasse Coupé, die mit der Baureihe 207 aber dennoch als eigenständig galten. Im Jahr 2013 spendierte mir Mercedes schließlich ein Facelift – und mein Vieraugengesicht war Geschichte.

Das blieb auch mit der Baureihe 213 so, die seit 2016 meine fünfte und aktuelle Generation darstellt. Insgesamt wirke ich nun recht sportlich, zumal meiner Limousine und meinem Kombi 2017 das Cabrio und der Coupé (Baureihe 238) folgten. Mein E-Klasse Coupé kämpft sogar ständig mit dem Porsche 911 um den ersten Platz unter den Sportwagen. Was kein Wunder ist: Als AMG-Version leiste ich dank einem vier Liter großen V8 bis zu 612 PS bei 850 Nm.

Mercedes E-Klasse: Obacht bei der Baureihe 212

Nichtsdestotrotz habe auch ich einige Schwachstellen. Gar nicht gut weg kam zum Beispiel meine dritte Baureihe 211. Bei dieser stellte der ADAC damals sogar ein „breites Spektrum“ an Mängeln fest. Bis zum Baujahr 2003 galten meine Diesel als anfällig. Bis zum Baujahr 2005 neigte außerdem meine Batterie zu einer zu schnellen Entladung. Weitere Kritik gab es für die Hardy-Scheiben zwischen Kardanwelle und Getriebe oder meine elektrohydraulische SBC-Bremse.

Von daher mein Tipp an dich: Fahre mich und schaue selbst, ob ich für dich in Frage komme. Als Gebrauchter bin ich nämlich gar nicht so teuer, dafür jedoch meist sehr gut gepflegt.